„Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau“: WDR Dortmund zieht Kinderchor-Video nach Shitstorm zurück

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Symbolbild singende Kinder / Quelle Pixabay
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„Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“, dieses Kinderlied kennt ja irgendwie jeder. Der Dortmunder WDR wollte offenbar witzig sein – und ließ seinen sendereigenen Kinderchor, den WDR Kinderchor, eine umgedichtete, angeblich als Satire gedachte Version singen: „Meine Oma ist ´ne alte Umweltsau“.

Ein Shitstorm war die Folge. Am Samstag, 28. 12., hat der Sender das am Vortag eingestellte Video aus seiner Mediathek gelöscht.

Allerdings findet sich die Umdichtung weiterhin auf diversen Youtube-Accounts. Ihr Text lautet:

„Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad, Motorrad, Motorrad. Das sind tausend Liter Super jeden Monat. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau.

Meine Oma sagt, Motorradfahren ist voll cool, ist voll cool, ist voll cool. Sie benutzt das Ding im Altersheim als Rollstuhl. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau.

Meine Oma fährt mit ‚m SUV beim Arzt vor, beim Arzt vor, beim Arzt vor. Überfährt dabei zwei Opis mit Rollator. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau.

Meine Oma brät sich jeden Tag ein Kotelett, ein Kotelett, ein Kotelett. Weil Discounterfleisch so gut wie gar nix kostet. Meine Oma ist `ne alte Umweltsau.

Meine Oma fliegt nicht mehr, sie ist geläutert, geläutert, geläutert. Stattdessen macht sie jetzt zehnmal im Jahr ‘ne Kreuzfahrt. Meine Oma ist doch keine Umweltsau.“

Sehr zweifelhaft wird die Behauptung, es handele sich doch nur um Satire, im letzten Satz der Aufnahme: Da erklingt nämlich mit der darüber gelegten Stimme der Klimaaktivistin Greta Thunberg deren bekannte Ankündigung / Drohung?: „We will not let you get you away with this“ – Wir (die Jungen) werden euch (die Alten) damit nicht davonkommen lassen.

Der Proteststurm im Netz entzündete sich zum einen an dem  „pauschal herabwürdigenden“ Text des Liedes, zum anderen daran, dass hier der WDR – obendrein ein öffentlich-rechtlicher zwangsfinanzierter Sender – Kinder für einen politischen Zweck instrumentalisiere.

 Gegen diesen Vorwurf setzte sich der Sender beziehungsweise der produzierende Kanal WDR 2 in einer Stellungnahme bei Facebook zur Wehr:

„Die von WDR 2 an dieser Stelle veröffentlichte Satire „Unsere Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ hat sehr unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Dies ist im besten Falle auch Sinn einer Satire, es handelt sich ja nicht um einen journalistischen Kommentar, sondern um die Zuspitzung eines Themas (hier: die zuweilen hysterische Klimadiskussion). Betroffen macht uns allerdings der Vorwurf, die beteiligten Kinder seien möglicherweise „instrumentalisiert“ worden. Dies ist absolut nicht der Fall, trotzdem haben wir uns entschlossen, das Video zu löschen, da schon die Mutmaßung, WDR 2 hätte die Kinder des Chores instrumentalisiert, für die Redaktion unerträglich ist.“

Im Verlauf des Samstags wurde der Fall zum Politikum: Ministerpräsident Laschet äußerte auf Twitter: „Der WDR hat mit dem Lied „Meine Oma ist ne alte Umweltsau“, das die Redaktion den Dortmunder Kinderchor singen ließ, Grenzen des Stil und des Respekts gegenüber Älteren überschritten. Jung und Alt zu instrumentalisieren ist nicht akzeptabel.“ https://twitter.com/ArminLaschet

Und auch Aktivisten von FFF selbst gingen auf Distanz zu dem Lied. „SUVs sind ein Problem. Fliegen ist ein Problem. Kreuzfahrten sind ein Problem. Täglicher Fleischkonsum ist ein Problem. Meine Oma ist KEIN Problem und schon gar keine Umweltsau“, schrieb Fridays for Future Thüringen auf Twitter.
Zuletzt hatte sich die Klima-Bewegung jedoch selbst für einen ähnlich gelagerten Tweet entschuldigen müssen. Dort schrieb Fridays for Future Germany: „Warum reden uns die Großeltern eigentlich immer noch jedes Jahr rein? Die sind doch eh bald nicht mehr dabei“.“
https://www.focus.de/…/meine-oma-ist-ne-alte-umweltsau…

UPDATE Montag 30. 12.: Das Deutsche Kinderhilfswerk wirft dem WDR eine überzogene Reaktion auf die Kritik vor. Man hätte sich „da mehr Rückgrat gewünscht“, statt das Video zu löschen. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) hingegen sprach von einem Missbrauch des Chores, „um zu denunzieren und Umerziehung zu betreiben“. (Quelle FAZ.net)

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7 KOMMENTARE

  1. Volksverhetzung ist das und keine Satire. Da werden Kinder demagogisch instrumentalisiert von rotgrün versifften Machern des Staatsfernsehens das wir mit Zwangsgebühren auch noch bezahlen dürfen. Beleidigt und diffamiert wird die Generation die mit Arbeit, Disziplin, Vernunft und noch fortschrittlichen Innovationen dieses Land zu Wohlstand gebracht hat. Deren Kinder noch zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kamen, wo nicht jeden Tag Fleisch auf dem Tisch stand, das Gemüse oft aus dem eigenen Garten kam und der Fernseher noch repariert wurde. Da erdreistet sich der WDR das als Satire zu bezeichnen und ist auch noch beleidigt dass es Kritik hagelt. Und die Aktivisten von FFF sollten besser in Deckung bleiben. Sind sie es doch die für diese Hetze, unsachliche Diskussion und den Niedergang unserer Volkswirtschaft mitverantwortlich sind.

  2. Ich denke, das ist wirklich ein guter Augenöffner. Wie diese Gutmenschen, Klimaschützer und Weltretter ticken. Denen ist jedes Mittel recht, für ihre gute Sache. Respekt und Anstand bleiben da auf der Strecke. Und da kann noch viel Schlimmeres kommen. Jetzt muss Schluss sein, diese Extremisten auch noch zu finanzieren. Es gibt jetzt eine gute Aktion die Öffentlich-Rechtlichen zu ärgern. Setze den Link unter meinen Kommentar. Bitte informieren, wie die Öffentlichen-Rechtlichen arbeiten. Wie sie uns belügen, manipulieren, beleidigen und verhöhnen. Wie sie in Saus und Braus von den Zwangsgebühren leben. Darüber kann sich jeder informieren. Jetzt ist die Zeit für Aktion. Runter vom Sofa. Geschlafen wird wieder später. Wacht auf. Für unser Land. Für unsere Kinder.

    https://www.hallo-meinung.de/gebuehrenaktion

  3. […] Mit dieser Überschrift bezieht die Älteren-Organisation der CDU im Rückblick auf das Kinderlied des WDR-Kinderchores „Meine Oma ist ´ne alte Umweltsau“ noch einmal Position zu dem, aus ihrer Sicht, Grundproblem hinter diesem überbordenden Streit um das Lied, das der WDR als Satire rechtfertigte, jedoch aus seiner Mediathek… […]