Meist auf Vorbestellung: Sternsinger tragen wieder den Segen in die Häuser

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Durch den Pladderregen unverdrossen schon vier Tage vor dem Dreikönigstag stapften diese blendend gelaunten jungen Fröndenberger/innen von Tür zu Tür. (Foto RB)
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Schon seit Freitag (3. 1.) sind in vielen Pfarrbezirken im Kreis Unna die Sternsinger wieder unterwegs: Kaspar, Melchior, Balthasar und mit ihnen der große hölzerne Stern. Die Aktion Dreikönigssingen ist die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit.

Seit Beginn im Jahr 1959 haben die Sternsinger insgesamt eine Milliarde Euro gesammelt. Allein bei der Aktion 2019 kamen über 50 Millionen Euro an Spenden zusammen.

Da manche Kirchengemeinden inzwischen Schwierigkeiten haben, genügend Kinder und Jugendliche für das Dreikönigssingen zu motivieren, kommen die Sternsinger in immer mehr Gemeinden nur noch auf Vorbestellung.

Die entsprechenden Listen liegen vor Weihnachten in den Kirchen aus. Die Vorabbestellungen sollen auch vermeiden, dass die Kinder enttäuscht vor zahlreichen verschlossenen Türen stehen.

So hieß es in den Pfarrnachrichten St. Katharina Unna: „Da nicht alle Haushalte besucht werden können, bitten die Organisatoren alle Unnaer, die von den Sternsingern besucht werden möchten, sich in Listen einzutragen, die seit dem 1. Advent in den Kirchen der Pfarrei St. Katharina und den katholischen Kindergärten liegen. Es ist ebenfalls möglich, eine E-Mail mit Namen und Adresse an sternsinger@kirche-unna.de zu senden. Anmeldeschluss ist der 30.12.2019.“

Im Pfarrverbund St. Marien Fröndenberg waren die Sternsinger in diesem Jahr früh dran, sie stapften bereits drei Tage vor dem Dreikönigstag (der ist heute) durch den Pladderregen und schellten an den Haustüren. Mal kamen sie zu viert, mal zu zweit, ein besonders couragierter Sternsinger wagte sich sogar (in Ermangelung seiner krankheitsbedingt abhanden gekommenen Mitkönige) allein vor die Haustüren uns sang los. Dicker Respekt!

Und eine Viererstaffel durchnässter kleiner Könige erwies sich schon am Freitagmittag als besonders  geschäftstüchtig: Auf die hilflose Frage einer mit einem großen Geldschein wedelnen überrumpelten Hausbewohnerin „Kann einer der Könige wechseln?“ kam ein übereinstimmendes und promptes „Nein“.

😉 – Wie man hört, soll der Erfolg gleich am ersten Tag nicht ausgeblieben sein.

Die aktuelle Sternsingeraktion 2020 stellt das Thema Frieden am Beispiel des Libanon in den Mittelpunkt. Nach dem Bürgerkrieg von 1975 bis 1990 gelingt in dem kleinen Land im Nahen Osten ein weitgehend demokratisches und friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen und Konfessionen. Doch der gesellschaftliche Friede steht vor großen Herausforderungen, denn das Zusammenleben ist nach wie vor von Ressentiments geprägt. Zudem hat der Libanon seit dem Ausbruch des Kriegs im Nachbarland Syrien rund 1,2 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Diese machen nun etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung aus.

Die Hilfsbereitschaft der Libanesen ist inzwischen teilweise in Ablehnung umgeschlagen. Auch unter Kinder und Jugendlichen kommt es zu Spannungen und Ausgrenzungen. Die anhaltende Wirtschaftskrise hat die Situation in den vergangenen Wochen noch einmal verschärft: Massenproteste, Regierungskrise und Repressalien gegen Flüchtlinge prägen die Lage im Libanon. (Quellen: Stadt Unna /  https://www.sternsinger.de/sternsingen/)

 

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