„Suchet der Stadt Unna Bestes – einen CDU-Bürgermeister!“ Ein Kandidaten-Kandidat wirft sich ins Rennen

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Frank Murmann, stellvertretender Vorsitzender der MIT Kreis Unna. (Foto: Muermann)
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„Suchet der Stadt Bestes!“ Mit dem prophetischen Vers nach Jeremia wirft sich wenige Tage vor dem Jahresempfang der Unnaer CDU ein Bürgermeisterkandidaten-Kandiat ins Rennen.

Frank Murmann, der seine Ambitionen auf das höchste Verwaltungsamt bereits vor einem Dreiviertel Jahr gegenüber Rundblick bestätigte, ging am Dreikönigstag in einem Schreiben an die Findungskomission in die Offensive: „Unna braucht endlich wieder einen CDU-Bürgermeister!“ Er meint sich selbst damit.

Rückblick:

Im September 2019 trat Frank Murmann, zuvor viele Jahre lang Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung Kreis Unna, aus der ersten Reihe der CDU-Mittelständler zurück: Er sehe seinen politischen Schwerpunkt zukünftig in seiner Heimatstadt Unna, teilte er mit, ohne direkt das Wort Bürgermeister-Kandidatur in den Mund zu nehmen.

Seinen ersten Vorstoß dorthin unternahm Murmann, damals noch MIT-Chef, im Frühsommer relativ überraschend: Als offenes Geheimnis gilt spätestens seit der Wahl des Bürgermeister-Vertreters am 8. April im Rat, dass der Parteivorstand sich bereits auf seinen Wunschbewerber festgelegt hat: auf den neuen städtischen Beigeordneten Dirk Wigant.

Der frühere Kreisdezernent und CDU-Mann wechselte im März auf den Beigeordnetenposten im Rathaus und wurde von der CDU als erster ständiger Vertreter des Bürgermeisters durchgesetzt.

Parteichef Gerhard Meyer sagte uns zur K-Frage der Union zunächst, dass diese Frage  im Herbst 2019 geklärt werde. Danach beschloss die Kreis-CDU jedoch, alle Kandidat/innen der zehn kreisangehörigen Kommunen an einem gemeinsamen Termin im Februar 2020 zu präsentieren.

Von einer Ausnahme abgesehen – der Fröndenberger Kandidat, Kämmerer Heinz-Günter Freck, ist bereits vorgestellt und nominiert – hat diese Absprache bislang auch geklappt.

Laut dem Unnaer Parteichef Meyer werde ein Bewerberfindungsgremium aus Ortsunionsvorsitzenden, Partei- und Fraktionschef den Mitgliedern einen aus ihrer Sicht geeigneten Kandidaten/Kandidatin vorschlagen, der/die sich danach der Abstimmung stellen werde.

Es werde ausdrücklich nur einen Vorschlag der Kommission geben, unterstrich Meyer, es stehe gleichwohl jedem Mitglied frei, alternative Kandidaten vorzuschlagen oder sich auch selbst zu nominieren: „Wer möchte, kann auch noch in der Mitgliederversammlung selbst noch aufstehen und seinen Hut in den Ring werfen.“

Frank Murmann wirft den seinen nun schon jetzt in den Ring, wohl nicht ganz zufällig in der Woche des Neujahrsempfangs am kommenden Freitag.

Er zählte im Gespräch mit unserer Redaktion im Frühsommer auf, was ein guter Bürgermeister der CDU seiner Ansicht nach mitbringen müsse: Er oder sie solle  „gut vernetzt sein, politikerfahren, verortet in der Gesellschaft, wählbar auch für Nichtmitglieder der CDU…“

Ob das nach seiner Meinung auf ihn selbst zutreffe, ließ der 59-Jährige damals offen, sich selbst vorschlagen werde er sowieso nicht, es sei Usus, dann Kandidaten von anderen Mitgliedern vorgeschlagen würden. Da dies bisher nicht geschehen ist, geht Murmann nun doch in Werbung in eigener Sache an die Front.

„Die Frage ist: Focussiere ich mich auf einen Kandidaten, der vermutlich aufgrund seiner Ausbildung das Bürgermeisteramt gut ausfüllen wird? Oder gebe ich mir als Partei den Spielraum einer ergebnisoffenen Bewerbersuche?“, stellte er damals im Gespräch mit Rundblick in den Raum.

Mit diesen Argumenten will der Vize-Chef der Mittelstandsvereinigung die Findungskommission von sich überzeugen:

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