Zwei potenzielle Bürgermeisterkandidaten beim CDU-Empfang: Beigeordneter Wigant über seine Ambitionen

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Beigeordneter Dirk Wigant beim Neujahrsempfang 2020 der CDU im Katharinenhof. (Foto RB)
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Die K-Frage der Unnaer CDU hat mit der Offensive des Mittelstandsvereinigungs-Vizechefs Frank Murmann eine gewisse Dynamik erhalten; festgelegt hat sich allerdings bisher nur Murmann. Er will und möchte „Bürgermeister“, ließ er die Findungskommission in einem „Bewerbungsschreiben“ am Dreikönigstag wissen.

Die Partei entscheidet diese wichtige Frage allerdings erst im Rahmen einer Urwahl im März. Und Murmanns möglicher Mitbewerber aus dem Unnaer Rathaus hält sich eine Kandidatur noch offen.

So kam es beim Neujahrsempfang im Katharinenhof am Freitagabend (10. 1. 2020) zu einem entspannten Treffen zweier möglicher CDU-Bürgermeisterkandiaten.

Ein Zufallsschnappschuss mit vielfältigem Interpretationsspielraum: Die beiden möglichen CDU-Bürgermeisterkandiaten Frank Murmann (re.) und Dirk Wigant, hier im Gespräch mit dem fraktionslosen Ratsherrn und „Wir für Unna“-Vorstandsmitglied Christoph Tetzner. (Foto RB)

Dirk Wigant, der als vormaliger Kreis-Dezernent für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Straßenverkehr, Gesundheit und Verbraucherschutz zum 1. März 2019 als Beigeordneter ins Unnaer Rathaus wechselte, reagierte auf unsere Frage nach seinen Bürgermeister-Ambitionen zurückhaltend.

„Ich habe mich definitiv noch nicht entschieden“, sagte er.  Dabei ließ der zurückhaltend wirkenden Verwaltungsmann durchblicken, dass er über die seit Monaten anhaltenden öffentlichen Spekulationen über seine mögliche Kandidatur ganz entschieden nicht glücklich sei.

Dass Dirk Wigant als Wunschbewerber der Parteiführung gilt, hat Parteichef Gerhard Meyer längst offen heraus bestätigt – gleichzeitig dabei  stets betont, dass es jedem und jeder frei stehe, sich noch bis zum Tag der Wahl vorschlagen zu lassen oder selbst zu bewerben.

Gleichwohl steht Wigants Name spätestens seit der April-Ratssitzung 2019 mit Großbuchstaben im Raum, als ihn die CDU – gegen den Vorschlag Bürgermeister Kolters – als Bürgermeisterstellvertreter durchsetzte. Wigant setzte sich gegenüber der von Kolter protegierten 4. Beigeordneten Kerstin Heidler klar durch.

Ratssitzung am 13. Dezember 2018: Die neuen Beiordneten der Stadt Unna Dirk Wigant (li.) un Jens Toschläger (re.) nach ihrer Wahl mit Blumensträußen, vom Bürgermeister beglückwünscht. (Archivbild/Quelle Stadt Unna)

Würde die CDU den Verwaltungsexperten Dirk Wigant in den Bürgermeisterwahlkampf schicken, hätte Unna eine ähnliche Konstellation wie die kleine Nachbarstadt Fröndenberg.  Auch dort schickt die SPD eine Genossin aus den eigenen Reihen und die CDU (gemeinsam mit der FDP) einen Spitzenbeamten aus dem Rathaus ins Rennen. In Fröndenberg ist es der langjährige Kämmerer Heinz-Günter Freck. Als dessen Makel gilt, dass er nicht in Fröndenberg wohnt, sondern in Werl und auch nicht die Absicht hat, umzuziehen.

Eine ähnlich umfangreiche Verwaltungserfahrung brächte Dirk Wigant mit, der wie der Fröndenberger Kämmerer als eher nüchterner Pragmatiker gilt und zu den beiden bereits feststehenden Kandidatinnen Schuon/SPD und Keuchel/Grüne in vielerlei Hinsicht einen Kontrapunkt setzen würde.

Das wisse er, sagt er und nickt. Festgelegt habe er sich aber noch nicht. „Manches spricht dafür, manches dagegen.“ Er werde sich das in Ruhe überlegen und abwägen.

Wigant, 1967 in Unna geboren und hier fest verwurzelt, ist Diplom-Verwaltungswirt (FH), Diplom-Volkswirt und Betriebswirt. Sein beruflicher Werdegang begann in September 1993 bei der Stadt Unna – dort war er zunächst Personalsachbearbeiter, dann Ausbildungsleiter und nebenamtlich Dozent am Studieninstitut Soest.

Von September 2005 bis Juli 2008 leitete er Verwaltung und Rechnungswesen des Eigenbetriebes Kulturbetriebe Unna– mit Volkshochschule, Stadtbibliothek, Selbstlernzentrum, Kulturamt, Archiv, Museum und i-Punkt.

Im August 2008 wechselte Wigant als Erster Beigeordneter in die Kreisstadt Steinfurt  – als Allgemeiner Vertreter und Dezernent für Recht, Sicherheitund Ordnung, Bildung, Jugend und Sport, Soziales und Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Kultur.

Zurück nach Unna zog es ihn dann im Juli 2014,  er wurde Dezernent für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Straßenverkehr,  Gesundheit und Verbraucherschutz beim Kreis Unna. Um wiederum fünf Jahre später das sprichwörtliche Häuschen weiter zu ziehen – vom Kreishaus ins Rathaus.

Dirk Wigant bei seiner Verabschiedung als Kreis-Dezernent durch Landrat Michael Makiolla im Frühjahr 2019. (Foto Kreis Unna)

In seiner Zeit als Kreisdezernent lag ein Schwerpunkt seiner Arbeit übrigens im Managen der Flüchtlingsbewegung: Dirk Wigant richtete die im Auftrag und auf Kosten des Landes betriebene Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (EAE) in Massen ein und organisierte Aufbau und Inbetriebnahme der Zentralen Ausländerbehörde (ZAB), eine Aufgabe, die der Kreis auf Bitten des Landes von Dortmund übernommen hatte.

 

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