Überfallserie in Kamen: Erneut zwei Raube in 15 Minuten – Opfer mit Messer bedroht und zusammengeschlagen

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Eine brutale Überfallserie hält Unnas Nachbarstadt Kamen in Atem. Auf zwei Straßenüberfälle binnen 15 Minuten am Montag (13. 1.) folgten gestern, am Mittwoch, erneut zwei Raube – wieder lagen sie zeitlich nur eine Viertelstunde auseinander.

Zusammen mit den beiden Überfällen in Unnaer Bahnhofsnähe und dem Überfall auf einen 62-Jährigen in Kamen in der vorletzten Woche summieren sich nun schon sieben Raubüberfälle in weniger als zwei Wochen im öffentlichen Straßenraum von Kamen und Unna.

Auch die beiden jüngsten Taten am Mittwoch (15. 1.) spielten sich wieder zentral in der Kamener Stadtmitte ab – diesmal war ein Messer im Spiel:

Gegen 15.45 Uhr bedrohten drei maskierte Täter einen 20-jährigen Bergkamener auf einem Sportplatz an der Fritz-Erler-Straße mit einem Messer.

Das Trio hatte es auf die Tasche des jungen Mannes abgesehen, der den Tätern die Beute letztendlich überließ. In der hochwertigen Tasche befanden sich zwei Smartphones.

Samt Beute flohen die drei Täter.

Laut Raubopfer sprach einer der drei Täter Deutsch, die beiden anderen Arabisch. Sie waren allesamt dunkel gekleidet, ein Täter trug einen grauen Kapuzenpullover.

Etwa 15 Minuten später, gegen 16.00 Uhr, wurden zwei junge Kamener (18, 17) auf der Kämerstraße von zwei fremden Männern angesprochen: Sie sollten ihre Handys herausgeben.

Als die beiden Kamener der Forderung nicht nachkamen, kündigte einer der beiden Täter an, ein Messer oder eine andere Waffe ziehen zu wollen. Der 17- und der 18-Jährige weigerten sich dennoch – daraufhin wurden sie zusammengeschlagen und -getreten, selbst als sie bereits am Boden lagen.

Schließlich gaben die beiden Raubopfer ihre Handys heraus, mit denen die beiden Täter die Flucht ergriffen.

Die Raubopfer beschrieben die beiden Täter wie folgt:

Täter 1:

   - Ca. 20-25 Jahre
   - Ca. 180-190 cm
   - Schlanke Figur, "drahtig"
   - Südländisches Aussehen
   - Schwarze, nach hinten gegelte, lange Haare
   - Rotes Oberteil, schwarze Jacke
   - Schwarze Umhängetasche mit weißer Schrift "Philipp Plein", 
     goldene Halskette
   - Sprach akzentfrei Deutsch

Täter 2:

   - Ca. 20-25 Jahre
   - Ca. 180-190 cm
   - Schlanke Figur
   - Südländisches Aussehen
   - Schwarze, kurze, lockige Haare
   - Graue, übergroße Jacke
   - Sprach mit unbekanntem Akzent

Die Kreispolizei Unna geht nach aktuellem Ermittlungsstand von einem Zusammenhang zwischen den Rauben am Montag und am Mittwoch aus.

„Uns liegen erste Hinweise auf eine mögliche Tätergruppe vor. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen haben hohe Priorität“, sagt Kriminaloberrat Christoph Strickmann, Leiter der Direktion Kriminalität bei der Kreispolizei Unna.

Aufgrund der jüngsten Raube betont Polizeihauptkommissarin Sonja Wundrock, stellvertretende Leiterin der Polizeiwache Kamen: „Wir nehmen die aktuellen Straftaten im Innenstadtbereich zum Anlass, verstärkt Präsenz im Zentrum zu zeigen. Unsere Streifenwagenbesatzungen und unser Bezirks- und Schwerpunktdienst sind sensibilisiert.“

Die Polizei rät dazu, bei verdächtigen Personen und Beobachtungen sofort den Notruf 110 zu wählen. Außerdem werden weitere Zeugen gesucht. Hinweise nimmt die Wache Kamen unter der Rufnummer 02307-921 3220 entgegen.

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3 KOMMENTARE

  1. Die Wache in Kamen muss ja personell gut bestückt sein wenn man jetzt noch mehr als sonst vor Ort präsent ist und Streife fährt. Denn das wurde ja schon zugesagt nachdem die seit 2017 bestehenden Probleme Anfang 2019 eskalierten.
    Und auch der städtische Ordnungsdienst ist ja permanent vor Ort und Straftaten werden „konsequentes und beweiskräftig“ Verfolgt. Wo ist das Problem?
    Die bessere Ausleuchtung hätte man sich sparen können, die Übergriffe finden ja bereits im Hellen statt. Und noch einen Tipp an die Redaktion: vielleicht zu einem wöchentlichen, besser monatlichen Bericht zusammenfassen. Diese tägliche Berichterstattung schürt nur einen Vertrauensverlust in den Schutz der Ordnungskräfte. Der Stadtverwaltung wäre es schon recht.