Neujahrsempfang der SPD Fröndenberg: Standing Ovations für Sabina Müller – Als Bürgermeisterin Straßenkataster einführen und Rathaus erhalten

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Nach ihrem für die Besucher überzeugendem Neujahrsreden-Debüt freute sich SPD-Bürgermeisterkandidatin Sabina Müller über stehende Beifallsbekundungen. (Foto RB)
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Die Kandidatin hat im ersten Aufschlag überzeugt.

Standing Ovations folgten auf Sabina Müllers erste Neujahrsansprache am Sonntagmittag  (19. 1.) in der Ruhrtal-Schützenhalle.

Die frisch nominierte Bürgermeisterkandidatin der SPD Fröndenberg stieß mit ihren Zielvorstellungen und Ausblicken auf merkliche Zustimmung. Sie schüttelte nach ihrem Neujahrs-Debüt strahlend viele Hände, und die Besucher wirkten insgesamt sehr zufrieden mit dem Gehörten: „Sie hat wichtige Themen für Fröndenberg angesprochen. Vor allem hat sie nichts schöngeredet“,  lautete der Tenor bei Vielen das erste Fazit.

Anders als beim Empfang der SPD Unna am Sonntag zuvor ergriff vor seiner potenziellen Nachfolgerin auch der Amtsinhaber noch einmal das Wort. Friedrich-Wilhelm Rebbe, seit 2011 Bürgermeister der Ruhrstadt, blickte noch einmal in einem kurzen Abriss zurück auf das Erreichte; und dabei zeigte er keine Lust, tiefzustapeln.

„Wir haben viel geschafft“, betonte Rebbe und zählte beispielhaft auf:

  • Die Umgehungsstraße L 673n mitsamt der „unseligen Unterführung“ sei vom Tisch,
  • die Haushaltssicherung konnte verlassen und neue Investitionen geplant werden,
  • das Sportparkkonzept wurde erarbeitet.

„Ein Fritz Rebbe hat immer für Fröndenberg gekämpft, war immer überzeugt, dass er in der schönsten Stadt mit den tollsten Menschen lebt“, sprang dem Mendener Rebbe – der wegen seines Wohnorts außerhalb von Fröndenberg immer wieder die Kritik bekam, nicht nah genug am Bürger zu sein – Parteifreund und Landratskandidat Mario Löhr bei.

Der Selmer Bürgermeister skizzierte selbst noch einige Ziele für den gesamten Kreis, nannte als eins der wichtigsten Themen den Ausbau der Mobilität und versprach: „Wir wollen keine Politik am Bürger vorbei führen.“

Sabina Müller, derzeit Vorsitzende der Ratsfraktion und am Mittwoch von ihrer Partei offiziell als Kandidatin für die Rebbe-Nachfolge nominiert, schilderte vorab kurz ihre Beweggründe, sich den Wählern als erste Fröndenberger Bürgermeisterin anzubieten.

Diese Frage sei aus der Bürgerschaft an sie herangetragen worden, „und ich habe mir dann die Frage gestellt: Möchte ich das? Und kann ich das mit meinem jetzigen Leben und meinen Zielen vereinbaren?“ Beides konnte sie überzeugt mit Ja beantworten.

Seit 25 Jahren sei sie in Fröndenberg verwurzelt, warf Sabina Müller als Pfund gegenüber ihrem CDU-Mitbewerber Kämmerer Heinz-Günter Freck in die Waagschale (er wohnt in Werl und will dort auch wohnen bleiben). „Ich schätze Sie“, unterstrich sie mit einem Blick durch die volle Schützenhalle, „ich möchte dafür Sorge tragen, dass sich Fröndenberg weiterentwickelt. Ich bin eine von uns – für unsere Stadt.“

Wohl aber auch mit Blick auf den von der FDP mitgestützten CDU-Kandidaten, der als Kämmerer großes Ansehen genießt, bemerkte Müller, dass sie selbst – als selbstständige Buchhalterin – durchaus ebenfalls etwas von Zahlen versteht und rechnen kann: „Bilanzen mit Gewinn- und Verlustrechnungen sind für mich kein Hexenwerk.“

Sollten die Wähler ihr mehrheitlich ihr Vertrauen schenken, will Sabina Müller als Bürgermeisterin

  • eine „solide, maßvolle Finanzpolitik“ betreiben,
  • den persönlichen Kontakt zu den Bürgern intensivieren und dazu regelmäßige  Bürgermeistersprechstunden in allen Ortsteilen sowie in den Jugendeinrichungen anbieten,
  • sich für den Erhalt historischer Bausubstanz einsetzen und daher – statt das Alte Rathaus abzureißen – einen Verbindungsbau zum Rathaushaus 2 schaffen;
  • alle Fröndenberger Schulen binnen weniger Jahre mit neuen Medien ausstatten;
  • ein Straßenkataster einführen (nach Vorbild anderer Kommunen wie Holzwickede), und zwar für alle Fröndenberger Straßen, nach welchem dann sukzessive nach Prioritätenfolge sprichwörtlich die Löcher gestopft werden. Im diesjährigen Haushalt stünden für Straßenbau 750.000 Euro bereit, zwar mehr als 2019, aber ausreichend wohl noch lange nicht angesichts des Zustandes zahlreicher Straßen und Bürgersteige.
  • Nachdrücklich möchte sich eine Bürgermeisterin Sabina Mülle für Erhalt und Neugestaltung der Stadtbibliothek einsetzen, die nach der Aufgabe von Brigitte Kerns Bücherparadies am Markt gegenüber in den ehemaligen Schlecker zieht.
  • Thema Klimaschutz: Sabina Müller verteidigt den Beschluss für einen städtischen „Klimabeauftragten“, nennt als konkretes Klimaziel die Anpflanzung eines Fröndenberger Stadtwalds“ nach Vorbild von Werl und hält mit Blick auf die CO2-Bilanz ein Blockheizkraftwerk für den Gesamtbereich Gesamtschule, Sporthallen und Löhnbad für vorstellbar.
  • Auch in puncto Tourismus hat Sabina Müller ehrgeizige Ziele: „Ich werde Fröndenberg zu einem Naherholungsort und zur Tourismus-Destination machen“, kündigte sie an, nannte den Bau neuer Radwege und ganz konkret den Ruhrtalradweg: „In Dellwig führt er direkt an der Ruhr entlang – und wird dann wieder zugepflanzt!“
  • Und der früheren Leistungssportlerin liegt im Besonderen auch der Sport am Herzen. „Ich werde eine zügige Realisierung des Sportparks anpacken“, will sie sich beim Wort nehmen lassen, „Sport und Spiel müssen in unserer Stadt eine tragende Rolle bekommen.“

Auffallend zurückhaltend hielt sich die Kandidatin hingegen beim Reizthema Schürenfeld: Hier Gewerbeansiedlungen zu avisieren, das habe noch Zeit, meinte sie. Für die Schürenfeldgegner, die diesen Worten aufmerksam lauschten, hat sich das Gewerbegebiet im Westen Fröndenbergs an der B233 ohnehin erledigt, da die Landwirte, denen die fraglichen Flächen gehören, nicht verkaufen wollten. Es gebe bis heute überdies keinen konkreten ansiedlungswilligen Interessenten.

Und zum Schluss nutzten die Sternsinger nochmal die Gunst der Masse und füllten die Spendendosen für Kinder im Libanon weiter auf. Die 6000 Euro dürften am Ende der Empfänge geschafft sein, bilanzierten die Begleiterinnen.

Fotogalerie (alle Bilder vom Rundblick Unna):

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