Zwei massive Angriffe auf Polizisten in Bergkamen und Unna

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Symbolbild Gewalt. (Quelle: Pixabay)
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Zu zwei massiven tätlichen Angriffen auf Beamte der Kreispolizeibehörde Unna ist es am Wochenende in Bergkamen und Unna gekommen. Insgesamt drei Polizisten wurden verletzt.

Sie bekamen es mit einer, so Polizeisprecher Christian Stein, „absolut respektlosen“ und aggressiven Klientel zu tun.

Die erste Attacke ereignete sich am Freitagabend (17.01.2020) in Bergkamen:

Wegen einer Schlägerei mit zehn Beteiligten rückte die Polizei um 19.50 Uhr zum McDonald´s an der Werner Straße aus.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte war die Prügelei noch in vollem Gange. Während die Parteien voneinander getrennt wurden, kam ein 19-jähriger Bergkamener auf die Einsatzkräfte zu und rempelte eine Polizeibeamtin an.

Auf Nachfrage wollte er seine Personalien nicht herausgeben, statt dessen rempelte er die Polizeibeamtin erneut an – und gebärdete sich immer aggressiver:

Er wurde deshalb am Boden fixiert und leistete erheblichen Widerstand. Während die Polizeibeamten versuchten, den Mann zu beruhigen, griff ein anderer junger Mann – ein 21-Jähriger, ebenfalls aus Bergkamen – die Einsatzkräfte aus dem Hinterhalt an und trat wild auf sie ein.

Zur Unterstützung trafen weitere Einsatzkräfte vor Ort ein und trennten alle Beteiligten voneinander.

Bei den Durchsuchungen der Beteiligten stellte die Polizei unter anderem einen Schlagstock und eine geladene PTB-Waffe sicher. Hintergrund: Für PTB-Waffen ist ein Kleiner Waffenschein erforderlich, ob der junge Mann, bei dem sie gefunden wurde, einen besitzt, konnte der Polizeisprecher anhand des Einsatzberichtes nicht definitiv sagen.

Beide angegriffenen Beamte wurden verletzt, waren nicht mehr dienstfähig und mussten ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Anlass der Schlägerei soll ein Beziehungsstreit gewesen sein.

Eine zweite Attacke folgte am frühen Sonntagmorgen (19.01.2020) um 03.45 Uhr in Unna:

Nach einer Verkehrskontrolle auf der Höingstraße wollte eine Streifenwagenbesatzung eine 18-jährige Fahranfängerin nach einem Alkoholverstoß zur Wache Unna bringen.

Dies versuchten ein 20-jähriger Kamener und ein 28-jähriger Unnaer zu verhindern, indem sie sich den Einsatzkräften in den Weg stellten, einen Polizeibeamten stießen und schlugen.

Verstärkungskräfte nahmen die beiden Männer zur Identitätsfeststellung mit zur Wache Unna. Auch bei der Durchsuchung leisteten sie weiter erheblichen Widerstand.

Nach Einleitung von Strafverfahren wurden sie entlassen.

Auch dieser angegriffene Polizeibeamte wurde leicht verletzt, eine ärztliche Versorgung war jedoch nicht notwendig. Gegen die 18-jährige Fahranfängerin wurde wegen des Alkoholverstoßes ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Wie uns Christian Stein auf Nachfrage ergänzend mitteilte, sind alle aggressiven Beteiligten – sowohl in Bergkamen wie auch in Unna – Deutsche ohne Migrationshintergrund.

6000 Angriffe auf Polizeibeamte im Jahr – Tendenz steigend:

NRW-Innenminister Herbert Reul nannte im Sommer vergangenen Jahres bei einem Besuch in Lünen alarmierende Zahlen. Sowohl Polizisten als auch Rettungskräfte seien zunehmend schlimmer Respektlosigkeit und einer alarmierend wachsender Zahl tätlicher Angriffe ausgesetzt. „6000 Mal im Jahr gibt es gewalttätige Angrife auf Polizeibeamte“, nannte Reul die Besorgnis erregenden Zahlen. „Wir bezahlen Leute, die auf uns aufpassen, und dann üben wir Gewalt gegen sie aus? Wie widersinnig ist das!“ Und wie schlimm sei das, unterstrich er.

 

 

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