„Zahlen Sie sofort 283,46 Euro!“ Vorsicht – gefakte Mahnungen gehen wieder um

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Der Überweisungsträger. (Foto Privat)
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Sie drohen mit hohen Kosten, Pfändungen und sogar Kontosperrungen.

Habe ich wirklich vergessen, eine Rechnung zu zahlen? Das kann jedem von uns passieren – oft sind wir im Alltagsstress gar nicht mehr sicher, worum es überhaupt ging.

Doch derzeit sind offenbar erneut Zahlungsaufforderungen von falschen Inkassounternehmen per Post, SMS oder Mail im Umlauf, die man tunlichst nicht zahlen sollte.

Eine Leserin aus Bönen war am Wochenende betroffen. Sie bekam per Post eine täuschend echt aussehende Mahnung für angeblich ausstehende 283,43 Euro wegen einer angeblichen Gewinnspielteilnahme, dem EUROJACKPOT.

Ein dreister Betrugsversuch. Sofort nachdem unser Bericht am Sonntagabend (26. 1.) online war, meldeten mehrere Leserinnen und Leser solche Betrugsversuche auch per Telefon.

Dieses Fake ins eines von jener Sorte, vor der die Kreispolizei Unna zuletzt vor zwei Jahren warnte, als kurz hintereinander eine ganze Reihe Anzeigen wegen dieser Betrugsmasche eingingen.

Oft drohen die Betrüger mit hohen Geldstrafen, Pfändungen oder Kontosperrungen, aber auch mit Schufa-Einträgen, Strafanzeigen oder Zwangsvollstreckung. Die echten Inkasso-Büros möchten den Gang zum Gericht vermeiden und streben in der Regel eine außergerichtliche Einigung an.

  • Jede Mahnung, egal ob sie per Post oder elektronisch ankommt, muss eine ladungsfähige Adresse enthalten, zudem müssen Gläubiger (also der Auftraggeber) und die Registernummer genannt sein.
  • Wimmelt es in der Zahlungsaufforderung nur so von Grammatik- und/oder Rechtschreibfehlern, entlarvt sie sich quasi selbst als Fake.
  • Oft sind auch die Umlaute (ä, ü und ö) falsch geschrieben, denn die Betrüger sitzen meist im Ausland und die Sonderlaute sind auf den Tastaturen nicht vorhanden, berichtet das Unternehmen Straetus-Inkasso auf seiner Homepage.
  • Zuletzt sollten die Adressaten noch die Kontodaten prüfen. Soll das Geld ins Ausland überwiesen werden, ist dies oft ein weiterer Hinweis auf Betrug. HIER gibt es eine Liste der IBAN-Kürzel.

Was tun, wenn ich eine Fake-Mahnung bekommen habe?

  • Der Empfänger sollte zuerst prüfen, ob die Mahnung berechtigt ist. Gibt es Zweifel: Das Unternehmen googeln, am besten in Kombination mit dem Stichwort „Erfahrung“. Im Rechtsdienstleistungsregister kann man zudem kostenlos schauen, ob das Unternehmen tatsächlich registriert ist.
  • Schreiben nicht wegwerfen: „Am besten abheften, aber vorerst nichts unternehmen“, riet Polizeisprecher Thomas Röwekamp bei der Betrugsversuchswelle 2018. „Hier liegt vorerst nur ein Betrugsversuch vor. Zusätzlich können sich die Empfänger auch an die Verbraucherzentrale wenden, dort kennt man die schwarzen Schafe meist schon.“
  • Erst, wenn in den Schreiben massiv gedroht wird, sollte die Polizei informiert werden.
  • Bei der Verbraucherzentrale gibt es Musterbriefe, die euch bei unberechtigten Forderungen helfen können.
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