Eishalle Unna: Wieso das alles so lange dauert

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Die Eissporthalle Unna bei der Besichtigung am 16. 7. 2018. (Archivbild Rundblick)
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Wann hat Unna wieder Eis, und was wird das konkret alles kosten?

Für diese Fragestellungen, die angesichts der schon verstrichenen Zeit immer drängender gestellt werden  (siehe zuletzt den Leserbrief von Katja Mette), hat Bürgermeister Werner Kolter im Hauptausschuss am Donnerstag (6. 2.) eine umfangreiche Vorlage angekündigt.

Sie soll zeitnah erstellt werden und den politischen Fraktionen dann zur Ansicht vorliegen.

Laut Kolter gibt es drei Schwerpunktbereiche abzuarbeiten:

1. Bauliche Fragen:

Die sanierte Halle soll  langfristig (ca. 30 Jahre lang) wieder Eissport ermöglichen, so Kolter. Dachkonstruktion, Bauphysik, Brandschutz müssten entsprechend ausgelegt sein. Für das Dach zeichnet sich wie berichtet die Möglichkeit einer Reparatur ab, die erheblich preiswerter würde als eine komplette Dacherneuerung. Eventuell steht noch eine Verkleinerung der Halle an, da der Tribünen nicht mehr im früheren Umfang benötigt werden.

2.  Die Eisaufbereitung, Ammoniak oder Glykol?

Wie wird das Eis aufbereitet? Das macht nicht nur finanziell einen Unterschiede aus, argumentierte Kolter, so müsse z. B. bei Ammoniak der Abstand zu Wohnbebauung größer sein sein.

„Das braucht Zeit“, unterstrich der Bürgermeister wiederholt in dieser Sitzung.  „Wir wissen jetzt die Kosten und Folgekosten. Wir werden sie Ihnen, dem Rat,  in Kürze präsentieren können.“
3.  Der künftige Betreiber:
Derzeit gehört die Halle noch den Wirtschaftsbetrieben Unna (WBU). Wer wird aber als Betreiber der Baumaßnahmen auftreten? Der KJEC?
Beim Betreiben durch einen Verein gebe es sehr attraktive Fördermögichkeiten durch die NRW-Bank, erklärt Kolter.
Zudem muss auch noch das Vergaberecht geklärt werden: Ist möglicherweise europaweite Ausschreibung erforderlich, wie sie ab einer bestimmten Bausumme zwingend vorgeschrieben ist?
Das alles, fasste der Bürgermeister zusammen,  brauche Zeit. Um die Halle wieder für mehrere Jahrzehnte zu ertüchtigen, müssten diese evidenten Fragen einfach gründlich abgeklärt werden. Es sei definitiv nicht so, dass die Stadt durch gezielte Verzögerungen den Bürgerwillen unterlaufen wolle.

Lesermeinung: „Unna braucht Eis, wann kommt es endlich?“?

Wann werden endlich konkrete Schritte zur Wiedereröffnung der Unnaer Eissporthalle unternommen? Das fragte sich eine Rundblick-Leserin in einer Leserzuschrift vom 22. Januar:

„Der Januar geht dem Ende entgegen und noch immer ist in Sachen Eishalle nichts Wesentliches passiert.  Seit Juni 2019 steht fest, die Bürger in Unna wollen ihre Eissporthalle behalten und weiter nutzen. Seit mehr als einem halben Jahr hört man immer nur, das mit Unna.braucht.Eis und der Stadtverwaltung gute Gespräche geführt wurden. Nur von „guten Gesprächen“ kann keine Halle saniert werden. Die SPD-Bürgermeisterkandidatin Schuon will unter anderem mehr Bürgerbeteiligung umsetzen und führt dabei den Bürgerentscheid zur Eishalle als Konsequenz an. Wie soll das gehen? Hat sie doch immer noch dieselben Genossen um sich herum, die sich vehement gegen die Eissporthalle entschieden haben. Die SPD ist immer noch die größte Ratsfraktion, Unterstützung in der Umsetzung der Sanierung ist nicht zu erkennen. Wenn wirklich der Wille zu mehr Bürgerbeteiligung gewollt ist, dann stellt sich die Frage, warum wird U.b.E jetzt bei der Umsetzung der Sanierung nicht unterstützt? Warum muss da erst die Wahl im September abgewartet werden? Die CDU erklärt auf ihrem Neujahrsempfang, dass in Unna nicht alles in Butter ist und ein ausgeglichener Haushalt in weiter Ferne liegt. Zitat „…die Kosten für die Sanierung der Eissporthalle sind in diesen Betrachtungen noch gar nicht enthalten!“ Wurde hier vergessen oder absichtlich nicht erwähnt, dass die Eishalle, wie auch die Stadthalle im Bereich der Wirtschaftsbetriebe angesiedelt ist und dem entsprechend nicht im Haushalt erfasst ist? Die Mitglieder von Unna.braucht.Eis haben neben ihrem Vollzeitjob einen Wirtschafts- und Sanierungsplan für die Erhaltung der Eishalle aufgestellt und nicht zu vergessen, die exorbitanten Kosten für die Eissporthallensanierung des Architekturbüros Weicken widerlegt. Die Bürger sind aufmerksam und werden die richtige Entscheidung im September treffen. Unna braucht Eis und Ratsvertreter die sich um die Belange der Bürger kümmert und nicht um die der Partei oder Pöstchenhascher.

Katja Mette, Unna

Mitglied der Bürgerinitiative „Unna.braucht.Eis“

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