Sozialminister Laumann (CDU) in Howi: Höherer Pflegeversicherungs-Beitrag sicher

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Minister Laumann skizzierte bei der Tagung Alter und Pflege, was das Land tun will, um gute Pflege weiter möglich zu machen. Foto: Lea Körber – Kreis Unna
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„Geld pflegt nicht. Dafür brauchen wir Menschen.“

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann weiß, wo es im Pflegebereich besonders hakt – ausgebildete Kräfte sind Mangelware. Dem gegenüber steht der Wunsch vieler, selbst zu entscheiden, wie, wo und durch wen sie betreut werden.

Sozialpolitiker Laumann spricht gerne Klartext – z.B. auf Haus Opherdicke bei der Tagung „Alter und Pflege“ mit gut 120 Fachleuten.

An einem höheren Pflegeversicherungsbeitrag führt kein Weg vorbei„,

sagt er da etwa, aber auch:

„Jeder Einzelne muss selbst für eine über professionelle Hilfe hinausgehende Unterstützung sorgen – etwa durch Familie oder soziale Netzwerke.“

Im Kreis leben fast 80 Prozent der Pflegebedürftigen in ihrer vertrauten Umgebung. „Aber auch bei uns droht ein Pflegenotstand“, macht Ralf Plogmann, Sprecher AG der Wohlfahrtsverbände im Kreis Unna, klar. Werde nicht gegengesteuert, gerate das Lebensabend-Modell „ambulant vor stationär“ ins Wanken.

Mindestens 2.200 zusätzliche Fachkräfte werden in der Region laut Pflegebedarfsplan 2019 bis 2030 gebraucht, wenn die als Messlatte definierte Betreuungsquote von 1:2,45 aus dem Jahr 2015 wieder erreicht werden soll.

Damit das gelingt, arbeitet die AG der Wohlfahrtverbände mit vielen Partnern an einem auf fünf Jahre angelegten Ausbildungskonzept, um neues Personal zu akquirieren.

Die Landesregierung setzt bei den Finanzen an. Minister Laumann will das Geld, das in NRW für Altenarbeit zur Verfügung steht, künftig vor allem für über 80-Jährige einsetzen. Ein Beispiel: „Wir müssen langjährig pflegende Angehörige noch mehr unterstützen.“

Doch Angehörige brauchen auch mal eine Verschnaufpause. „Es fehlt aber immer noch eine Regelung zur Finanzierung langfristig buchbarer solitärer Kurzzeitpflegeplätze“, erklärt Marcel Schulze-Borgmühl, Sprecher AG Kurzzeitpflege. Hier will Laumann beim Bund Druck machen, damit der vorliegende Koalitionsantrag zügig umgesetzt wird.

Problem Nummer 2: „Die Pflegekassen haben willkürlich höhere Prüfquoten für geriatrische Tageskliniken festgelegt und zahlen einen Aufenthalt mit Verweis auf ambulante Angebote seltener“, sagt Dr. Ulrich Vahle, Vertreter des Geriatrie-Verbundes Kreis Unna. Die Realität sieht im Kreis anders aus, weiß Elke Wegner, Sprecherin AG Pflegeberatung und Krankenhaussozialdienste: „Bereits jetzt lehnen ambulante Pflegedienste Patienten aus Personalmangel ab.“

PM: Kreis Unna

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