Real wird zerschlagen- Mitarbeiter von 6 Märkten im Umkreis Unnas bangen um Jobs

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UPDATE 19.2. – es kommt wie befürchtet.

Der neue Real-Besitzer, der Finanzinvestor SCP, will die Kette nach der Übernahme zerschlagen. Das bekräftigten SCP und Metro nach der Vertragsunterzeichnung in der Nacht zum 19. 2. 20 in einer gemeinsamen Mitteilung. Ein Großteil der rund 280 Märkte soll an Wettbewerber verkauft werden (Edeka, Kaufland, Globus), lediglich rund 50 Filialen werden noch zwei Jahre lang unter „Real“ firmieren. Rund 30 Filialen sollen mangels Zukunftsperspektiven schon kurzfristig geschlossen werden. Welche Märkte es trifft, blieb noch offen. Da ein Weiterverkauf vom Bundeskartellamt geprüft werden müsste, kann es auch noch dauern, bis hier Klarheit herrscht. (Quelle: rp online)

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Die Angst geht um unter den Belegschaften.

Rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Supermarktkette Real haben am Freitag, 14. 2., in Düsseldorf gestreikt. Die Kette mit ihren insgesamt noch 267 Märkten wird verkauft, 30 Filialen sollen sofort geschlossen werden; weitere könnten folgen.

Im näheren Umkreis von Unna gibt es noch sechs Real-Märkte:

  • einen in Hamm (Heessen),
  • drei in Dortmund (Aplerbeck, Oespel, Eving)
  • und zwei im Märkischen Kreis: einen in Hemer sowie den Mendener Real knapp 2 Kilometer hinter Fröndenbergs Stadtgrenze. 

Rund 20 Beschäftigte des Reals in Menden seien auch beim Streik in Düsseldorf dabei gewesen, berichtete Radio MK unter Berufung auf die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. Der Markt hatte am Freitag dennoch wie gewohnt geöffnet.

Ebenso waren Dortmunder Real-Belegschaften bei dem Protest vertreten.

In Düsseldorf fand die Hauptversammlung der Metro statt. Dort sollte die Entscheidung fallen, für welche Märkte der wirtschaftlich angeschlagenen Kette sofort Schluss ist. Die Supermarktkette soll von einer Investorengruppe übernommen und danach sofort zerschlagen werden.

Rund 34.000 Beschäftigte sind insgesamt betroffen. Alle stehen laut Ver.di vor einer ungewissen Zukunft.

Die Gewerkschaft fordert die Anerkennung der Tarifverträge des Einzelhandels.

Was passiert mit den Märkten und Mitarbeitern?

Zu Real gehören 65 Immobilien, die restlichen Supermärkte sind angemietet. Auch der Online-Marktplatz Real.de soll verkauft werden. Den Käufern gehe es dabei nicht um die Märkte selbst, sondern nur um die Standorte, berichtet der Münchner Merkur:

„Da die Supermarktkette vermutlich nicht weitergeführt wird, könnten die Immobilien vermietet werden. Zufälligerweise pflegen die beiden potenziellen Käufer gute Beziehungen zu Kaufland. Die könnten ihre eigenen Märkte in den Räumlichkeiten eröffnen. Klaus Gehrig, der Chef der Schwarz-Gruppe, zu der Kaufland gehört, hatte schon angekündigt, zahlreiche Real-Standorte übernehmen zu wollen. „Die Finanzierung dafür steht“, sagte er.“

Damit drohte den Mitarbeitern die Entlassung.

Metro-Tochter Real: Was sind die Gründe für die Krise?

Reals Umsatz sinkt seit Jahren. 2008 gab es noch knapp 350 Filialen, inzwischen fast 100 weniger. Der Umsatz sank binnen 5 Jahren um fast eine Milliarde Euro.

Gerrit Heinemann, Wirtschaftsprofessor ist Handelsexperte, betrachtet die Zeit von großen SB-Warenhäusern wie Real und Kaufland als vorbei.

„Gerade für Lebensmittel gehen die Menschen mittlerweile lieber zu Discountern wie Aldi und Lidl oder in höherwertige Supermärkte à la Rewe oder Edeka.“ Dort bekomme man inzwischen dieselben frischen Produkte entweder günstiger oder besser – und schneller. Die Fahrt in die oft etwas abgelegenen großen Verbrauchermärkte könne man sich damit sparen. Für Real ist das ein Problem, denn das Geschäft mit Lebensmitteln macht den Großteil der Einnahmen der Supermarktkette aus.   (Quelle: orange.handelsblatt)

 

 

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