Öffentlicher Blumenschmuck in Unna nur mit Paten möglich: Wie machen das andere?

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Alle Jahre wieder soll Unna was blühen, und dafür sucht der City-Werbering auch vor diesem Frühjahr wieder Blumenpaten.

Wir berichteten HIER.

170 Euro (für sechs Monate) kostet die Patenschaft für einen üppig bepflanzten Blumenkübel, der an einer der Innenstadt-Laternen oder am Verkehrsring aufgehängt wird. Pflege, Auf- und Abhängen sind darin inbegriffen.

Trotzdem (zu) teuer, kritiseren alle Jahre wieder Leser und Diskutanten auf unserer Facebookseite.

Wieso muss in einer Stadt, die sowieso schon mit die teuerste Grundsteuer und die teuerste Kitagebühr erhebt, der Bürger persönlich auch noch für öffentlichen Pflanzenschmuck zahlen? Wieso zahlt das nicht die Stadt?

Die Freie Liste Unna (FLU) beantragte im Oktober 2018 eine Kostenübernahme aus Fraktonsgeldern. Der Antrag (HIER) fand bisher keine Mehrheit.

Blumenschmuck in der Stadt – wie machen das eigentlich andere?

Wir haben uns mal in drei Nachbarkommunen umgeschaut und -gehört.

1. Fröndenberg: Blumenpyramiden

Die schmückenden „Blumenpyramiden“ in der Fröndenberger Innenstadt werden aus der Stadtkasse bezahlt. Auch die Pflege übernimmt die Stadt. Diese stellt aus ihrem Haushalt jährlich 15.000 Euro bereit.

Zum Vergleich: In Unna geht es um ca. 10.000 Euro.

2. Hamm: Blumenschmuck an Laternen

Der große Nachbar im Osten lässt, wie seit drei Jahren Unna, Straßenlaternen blühen. Dazu schrieb uns Stadtsprecher Lukas Huster:

„Bereits seit einigen Jahren haben wir in Hamm – neben den Pflanzungen in städtischen Beeten usw., die von unseren Kollegen der Grünflächenunterhaltung vorgenommen werden – ab etwa Mitte Mai für die Sommermonate zusätzlichen öffentlichen Blumenschmuck an Laternen, an Brückengeländern und z. B. in der Fußgängerzone.

Folgenden Umfang hat der Blumenschmuck:

  • 80 Blumentürme mit Geranien und Petunien
  • 308 Halbschalen mit Geranien, Petunien u.a. (jeder Laternenmast wird mit zwei Halbschalen bestückt)
  • 20m Bepflanzung der Pflanzrinne am Musikpavillon im Ostring
  • 40m Blumenkästen für Geländer mit Bepflanzung aus Geranien und Petunien und Winterbepflanzung mit Efeu, Erica, Silberblatt und Chrysanthemen
  • 150m Blumenkästen für Geländer mit Bepflanzung aus Geranien und Petunien

Die Kosten liegen bei rund 90.000 Euro/ Saison einschließlich Wässerung und Pflege während der gesamten Saison. Diese trägt komplett die Stadt Hamm.“

3. Wickede/Ruhr: „Flower-Power“ im Jahreszeitenwechsel

Am auffälligsten sticht dem Besucher die überbordende blühende Pracht im Ortskern der Gemeinde Wickede/Ruhr ins Auge. Sie wird zudem dem Wechsel der Jahreszeiten angepast mehrfach im Jahr neu gepflanzt und immer aufwändig gestaltet.

Hier einige Eindrücke.

Gemeindesprecher David Adrian schrieb uns dazu:

„Die Pflege der Blumenzierde erfolgt durch Mitarbeiter des Gemeinde-Bauhofes. Drei engagierte Gärtnerinnen des Bauhofs kümmern sich um die Saisonbepflanzung und sorgen dabei mit ihrer Kreativität für eine abwechslungsreiche Gestaltung der Beete.“

Wieso wird so viel Wert auf diese üppige Gestaltung gelegt?

„In der Gemeinde Wickede/Ruhr gibt es keine touristischen Attraktionen, wie etwa ein Museum“, erklärt David Adrian. „Daher hat sich die Gemeinde dazu entschlossen, den Fokus auf ein attraktives Erscheinungsbild zu legen.“

Auf unsere Frage, ob Privatleute und/oder Gewerbetreibende für den Blumenschmuck mitzahlen, schildert der Gemeindesprecher:

„Es hat einmal einen Aufruf in der Bevölkerung für ,Blumenzwiebelpatenschaften´ gegeben. Interessierte haben hierbei Beträge zwischen 10 und 50 €  für die Anschaffung der Blumenzwiebeln gespendet, welche von den Bauhof-Mitarbeitern eingepflanzt worden sind.

Die Aktion ist gut angekommen und hat gezeigt, dass in der Bevölkerung ein großes Interesse an dem schönen Erscheinungsbild in der Ortsmitte besteht. Grundsätzlich ist es denkbar, so eine Aktion im Rahmen einer anderen Veranstaltung noch einmal durchzuführen.“

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