Bedrohlicher Mieter in Massen: Weiteres Strafverfahren – Jugendamt ist informiert

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Symbolbild Aggression, Bedrohung / Quelle Pixabay
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Gegen den bedrohlichen, aggressiven Mann, der in einem Massener Mietshaus seit Ende vorigen Jahres für wachsende Unruhe und Angst sorgt (wir berichteten am Wochenende), hat die Kreispolizeibehörde Unna ein weiteres Strafverfahren eingeleitet.

„Wir haben zugleich das Jugendamt informiert“, signalisierte uns am Montag Polizeisprecher Christian Stein. Man bleibe in dieser für die Mitmieter äußerst misslichen Situation mitnichten untätig, versichert er den Mitbewohnern in dem Mehrfamilienhaus.

Der 42-jährige Mann, der zu unbeherrschten Gewaltausbrüchen neigt, sei „durchaus polizeibekannt“, konnte Christian Stein bestätigen. Die Unnaer Polizei leitete nach einem neuerlichen Einsatz am Sonntag (23. 2.) ein weiteres Strafverfahren gegen den aggressiven Mieter ein und führte eine weitere Gefährderansprache mit ihm durch. Da in der gemeinsamen Wohnung des Mannes und seiner Lebensgefährtin auch zwei Kinder leben, wurde außerdem das Jugendamt informiert.

„Sie sehen, dass wir das auf dem Schirm haben. Wir können im Moment aber nicht mehr machen“, bat Behördensprecher Stein um Verständnis für die gesetzlichen Vorgaben.

Haftgründe liegen in diesem Fall nicht vor, Ingewahrsamnahme ist immer nur kurzzeitig möglich. Stein rät den Mietern dringend dazu, in jedem Fall auch über ihren Vermieter auf Handeln zu pochen. Über das Instrument Hausordnung habe dieser Möglichkeiten. Das Problem für die Mieter ist, dass ihr Vermieter auf ihre Informationen bisher nicht reagierte.

Die von den Drohungen hauptbetroffenen Familie W., die selbst mehrere Kinder hat, gab die jüngsten offenen Gewaltandrohungen durch ihren bedrohlichen Nachbarn am Montag zusätzlich zu ihren bisherigen Aussagen bei der Unnaer Polizei zu Protokoll. Zugleich meldete sich aufgrund unserer Berichterstattung eine Mutter aus der gemeinsamen Grundschule bei Nadine W. Sie hatte in dem Artikel vom Sonntag gelesen, dass der 42-jährige aggressive Mann offenbar auch die Kinder seiner Lebensgefährtin bedroht, und  bestätigte, dass sie und andere Eltern auch schon entsprechende Beobachtungen gemacht hätten.

Man sei deswegen auch schon beim Schulleiter gewesen. „Am Montag hat die besagte Mutter dann beim Jugendamt angerufen“, schildert uns Nadine W.. Dieses habe sie aber „mehr oder weniger genervt abgewimmelt und ihr gesagt, sie solle selber mit der Mutter reden. Oder man solle sich an den leiblichen Vater wenden.

„Laut Jugendamt sei die Mutter sehr nett“, gibt Nadine W. das Gespräch wieder. „Ja klar, ich wäre auch sehr nett, wenn das Jugendamt mich beobachtet…“ Sie findet das vom Jugendamt fahrlässig. „Die müssen ja nicht sofort die Kinder da rausholen, aber sie sollten Hinweise anderer Eltern schon ernst nehmen und eventuell verfolgen.“ Mehrere Nachbarn unabhängig voneinander hätten inzwischen das Jugendamt über Ihre jeweiligen Beobachtungen in Kenntnis gesetzt.

Nadine W.´s Mann ergänzt, dass er über die akute Gefahrensituation vor einigen Tagen ebenfalls mit dem Wachleiter der Polizei Unna gesprochen hätte.

„Trotz des aggressiven Dauerzustands hier im Haus versuchen wir die ganze Zeit, den Weg der Vernunft zu gehen. Was uns sehr enttäuscht und mittlerweile auch verzweifeln lässt, ist, dass die Polizei sagt: Es gibt keine gesetzliche Grundlage, um den Herrn zu regulieren. Trotz seiner extremen Aggressivität und gefährlichen Art.“

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