Startschuss für neue Realschule am alten Standort in Modulbauweise

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Erste Ideenvorstellung für eine neue Hellweg-Realschule am Altstandort Ende November vorigen Jahres: v. li. Technischer Beigeordneter Jens Toschläger, Ausschussvorsitzender Volker König, Baudirektor Michael Ott. (Foto RB)
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Alles wieder auf Start: Im zweiten Anlauf beginnt die Stadt Unna mit der Planung eines Realschulneubaus – diesmal am alten Standort an der Königsborner Straße und in Modulbauweise. Abschnittweise wird die Schulgemeinschaft in die fertigen Neubauabschnitte umziehen. So ist es jetzt frisch geplant.

Die vorherigen Pläne für einen Realschulneubau auf der Freizeitbadbrache, also in der Einflugschneise, waren im vergangenen Herbst wie berichtet überraschend von Stadtverwaltung und SPD gekippt worden. Als Begründungen wurden die weiteren Expansionspläne des Dortmunder Flughafens sowie Kostenerwägungen genannt.

Mit Zustimmung des Haupt- und Finanzausschusses am gestrigen Abend (27. 2.) – die des Rates am 5. März ist damit gewiss – wird die Verwaltung nun in vertiefte Überlegungen einsteigen, wie der Neubau der Hellweg-Realschule am bestehenden Standort Königsborner Straße realisiert werden kann. Die vergaberechtlichen Möglichkeiten und die Umsetzung mit einem Generalunternehmer bzw. einen Generalübernehmer werden geprüft.

In ihrer Erläuterung zum Planungsstart am Altstandort führt die Bauverwaltung aus:

„Der bestehende Standort ist ein etablierter Schulstandort, für den das Potential gesehen wird, durch ein geeignetes Bauverfahren parallel zum Schulbetrieb einen Neubau auf dem Gelände zu errichten, der die in der Phase „0“ erarbeiteten Bedarfe und Raumkonzepte aufgreift und umsetzt. Nach erster Einschätzung kann dieses Bauverfahren in einer Modulbauweise gefunden werden.

Anders als beim konventionellen Bau werden Raummodule ab Werk vorgefertigt und vor Ort im „Baukastensystem“ zusammengefügt. Es müssen vor Ort lediglich noch einzelne Ausbaugewerke tätig werden, bei denen von einer sehr geringen Belastung auf das Umfeld ausgegangen werden kann, da diese im Innenraum der Raummodule ausgeführt werden.

Anders als in vorherigen Überlegungen würde damit in mehreren Bauabschnitten ein kompletter Neubau auf dem Gelände entstehen.

Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnittes kann ein Umzug von Teilen der Schule in den neuen Gebäudeteil erfolgen, im Anschluss erfolgt der Abbruch des freigezogenen Gebäudeteils, um dort wiederum den nächsten Bauabschnitt zu realisieren. Zug um Zug entsteht so die neue Schule, ohne dass eine Zwischenunterbringung notwendig ist.

Um einen ersten Eindruck einer solchen Bauweise zu erhalten, haben Miglieder des Schul- und des  Stadtentwicklungsausschusses am 23. Januar ein in Modulbauweise realisiertes Schulgebäude in Menden besichtigt. Anders als in der konventionellen Bauweise tritt der Modulbauhersteller allerdings als Generalunternehmer auf. Da eine Generalunternehmervergabe vom deutschen Vergaberecht als Sonderfall gesehen wird, sollen zunächst mit externer Beratung die vergaberechtlichen Möglichkeiten geprüft werden, ob für den konkreten Fall die Ausschreibung eines Generalunternehmer- bzw. eines Generalübernehmervertrages möglich ist.

Vor diesem Hintergrund werden für die Planungen für die ersten Schritte Kosten in Höhe von 100.000 € erwartet.“

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1 KOMMENTAR

  1. Ich frage mich allen Ernstes warum wir hochbezahlte, angeblich ausgebildete Verwaltungsfachangestellte haben die als Bereichsleiter nicht in der Lage sind ein Vergaberecht zu beurteilen.
    Es ist sicher auch nicht davon auszugehen dass es der erste und einzige Fall in Deutschland ist der bisher aufgetreten ist.
    Ein Blick in die bereits erfolgte Rechtsprechung reicht da vielleicht schon aus ansonsten vielleicht ein Anwalt der davon Ahnung hat für kleines Geld einschalten.
    Nein, die Stadt Unna braucht wieder einen externen Gutachter der explizit ein Gutachten erstellt.
    Ist ja nicht mein Geld scheint die Devise der Verwaltung zu sein. Also los verbraten wir mal eben 100 tausend Euro.