Handwerk von Coronakrise schlimm betroffen – am stärksten das Lebensmittelhandwerk

2
579
Symbolbild / Quelle Pixabay
Facebookrss

Die Corona-Krise hat das Handwerk mit voller Wucht erfasst, gerade auch im Kammerbezirk Dortmund. Mehr als jeder dritte Betrieb (36 %) im Kammerbezirk ist von den Auswirkungen betroffen. NRW-weit meldet das fast die Hälfte der Betriebe (47 Prozent).

Am stärksten trifft das auf das Lebensmittelhandwerk zu. Hier berichten bereits rund drei Viertel der Betriebe von negativen Auswirkungen.

Am besten hält sich zunächst noch das Bauhauptgewerbe, wo aktuell erst 21 Prozent der Unternehmen Beeinträchtigungen verspüren.

Das hat eine Blitzumfrage der Dachorganisation Handwerk.NRW mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT) ergeben, an der landesweit 5.548 Unternehmen – 788 aus dem Kammerbezirk Dortmund – in den vergangenen Tagen teilgenommen haben. 

Da die Krise dynamisch voranschreitet, spiegelt die Umfrage der vergangenen Tage zwar nicht den »Stand heute« wider. Sie zeigt aber trotzdem schon, dass das Handwerk weitreichend betroffen ist von der Corona-Krise.

19 Prozent der befragten Handwerksfirmen aus dem Kammerbezirk Dortmund antworteten, sie seien aktuell bereits stark oder gar sehr stark von nachlassender Nachfrage und Umsatzrückgang erfasst.

Ein drohender Liquiditätsengpass ist das von den Unternehmen aller Branchengruppen des Handwerks am häufigsten genannte Problem.

49 Prozent der befragten Firmen sehen für die nahe Zukunft Zahlungsschwierigkeiten voraus. 40 Prozent erwarten Kurzarbeit – insbesondere das Baugewerbe, die Zulieferunternehmen und größere Lebensmittelbetriebe. 37 Prozent erwarten einen erhöhten Kreditbedarf. 

Kammer-Präsident Berthold Schröder: „Wir befinden uns in einer nie dagewesenen Ausnahmesituation, die uns alle vor besondere Herausforderungen stellt. Gleichzeitig möchte ich allen Hand-werkerinnen und Handwerkern im Kammerbezirk Dortmund Mut machen, dass sie in der aktuellen Lage nicht alleine gelassen werden.“ Die Landesregierung habe mit der Verabschiedung des 25 Mrd. Euro Hilfspaketes bewiesen, dass sie den Ernst der Lage erkannt habe und jetzt rasch und beherzt handeln werde. Zusätzlich würden die Handwerkskammern dabei unterstützen, das wirtschaftliche Leben so gut es geht aufrechtzuerhalten. Die Berater der Handwerkskammer Dortmund stünden telefonisch oder per Mail für alle Fragen zur Verfügung. Schröder: „Ebenso wichtig ist es, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Helfen Sie durch Ihr Verhalten mit, damit wir alle so gut es geht durch diese Krise kommen.“ 

PM: Handwerkskammer Dortmund

Facebookrss

2 KOMMENTARE

  1. Ich arbeite in einem kleinen Handwerksbetrieb in Kamen. Aktuelle Lage bei uns sieht so aus: 2 von 5 Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Aufträge haben wir noch bis Anfang April die wir vor dem shutdown angenommen haben. Neue Aufträge haben um 90 Prozent nachgelassen. Mit der Einmalzahlung von bis zu 15000€ wäre der April noch zu überbrücken, aber wenn diese Situation länger andauert wird es kritisch, und nur eine Frage der Zeit wie lange man die laufenden Kosten noch decken kann.