„Mama, mache ich Omas krank, dass die dann sterben?“ Alexa aus Unna bittet: „Ein Lob für die Kinder!“

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Symbolbild Kind, Alleinsein - Quelle Pixabay
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„Ich möchte mal etwas loswerden, das mir am Herzen liegt“, schreibt uns Alexa, eine vierfache Mutter aus Unna. Es geht ihr um die Kinder – ihre und alle anderen Kinder -, die unter dieser schwierigen Zeit ebenfalls sehr zu leiden hätten, doch kaum einmal in der öffentlichen Wahrnehmung Erwähnung fänden.

Alexa schildert uns ihre Gedanken:

„Nach Isolation war ich zum ersten Mal mit meinen zwei kleineren Kindern spazieren; sie sind acht Monate und vier Jahre alt.  Es ist erschreckend, wie manche Menschen auf Kinder reagieren und sie nur noch als mögliche Überträger vom Coronavirus ansehen.

Meine Tochter, 4 Jahre, fragte gestern, warum die Menschen so auf sie schauen?

Eine Frau schüttelte den Kopf, als wir an ihr vorbei gingen, und sah sie so böse an, dass sie vergängstigt war und zu weinen anfing.

Nun haben wir Pflegekräften, Kassiererinnen etc. unsere Achtung ausgesprochen, und das ist absolut wichtig und richtig. Doch ich finde, es wäre mal an der Zeit, einen Appell an die Menschen zu richten, dass die Kinder auch zu Opfern werden.

Aber was geht in so einem Kind gerade vor?

Meine Tochter fragte mich, ob sie Omas krank macht und ob die Omas dann sterben könnten. Also bitte, Leute!

Es ist schon schwer für alle, aber ganz besonders für die Kleinen.

Ich habe vier Kinder, und meine Nerven liegen auch mal blank, wie bei jedem. Doch hat mir dieses Erlebnis mit meiner kleinen Tochter sehr zu denken gegeben. Weshalb ich euch hier schreibe, denn ich denke, es geht nicht nur meinem Kind so.

Kinder sind was Tolles. Sie haben sich nicht ausgesucht, dass sie das Virus übertragen können. Sie haben auch Angst um ihre Liebsten. Sie haben auch ihren Altag verändern müssen. Sie haben auch Fragen, wie es weiter geht. Sie tragen auch Spuren.

Vielleicht vergisst man vieles. Aber bitte, seht auch, dass Kinder Helden des Tages sind und man sie nicht begaffen muss wie Monster. Das wollte ich mal loswerden.

Nehmt unseren Kindern nicht ihr Lächeln.

Ich bin 38 Jahre und komme selbst aus der Pflege, habe mit Beatmungspatienten gearbeitet und mit Kindern. Ich möchte einfach diesen sensiblen Punkt aufgreifen, denn es hat mur das Herz gebrochen, meine Kinder so zu sehen. Ihre Fragen, ob Kinder schuld sind, dass die Omas und die Opas sterben an Corona. Oder ob der Osterhase nicht kommt, weil er Corona hat.

Ich möchte einfach, dass die Menschen in dieser Krise nicht vergessen, was es auch mit unseren Kindern macht. Denn sie verstehen die Welt nicht und verstehen erst recht nicht, warum es so ist.

Für mich sind auch sie große Helden, wie ich es meiner Tochter sagte, weil sie so stark inst und es toll meistert, weg von allem, was sonst zu ihrem Tag gehört.  Klar halten wir in der modernen Zeit Kontakt, ob über Skype oder WhatsApp. Aber dennoch ist dieser Einschnitt  für Kinder auch nochmal ganz besonders, auch weil sie Ängste ihrer Eltern bzgl. der Finanzen spüren. Sie haben sensible Antennen, und das scheinen manche Menschen zu vergessen.

Und meine Kids sind 8 Monate, 4 Jahre, 13 Jahre und 16 Jahre alt. Ich kriege von allem etwas ab und mit…

Ein Lob daher an alle Kinder!“

Alexa Joanna, Unna

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8 KOMMENTARE

  1. Vielleicht sollte auch in diese Diskussion etwas mehr Sachlichkeit Einzug halten. Mittlerweile gibt es auch kritische Stimmen bezüglich der beschlossenen Maßnahmen. Und die Panik, die so manchen Angstbürger befallen hat macht nachdenklich. Die Rolle, die die Medien spielen könnte man auch hinterfragen. Es wäre schön, wenn eine sachliche Diskussion jenseits von Panik und Verharmlosung möglich wäre. Was mir allerdings in diesem Deutschland unmöglich erscheint. Ich denke da an die Themen „Klimawandel“ und Flüchtlinge. Wer sich dort kritisch äußert ist entweder ein Unmensch oder ein Klimaleugner. Bei diesem Thema wird es auch so ablaufen. Könnte aber auch sein, dass wir nach dieser „Coronakrise“ ganz andere Themen haben werden, die uns heftigst beschäftigen werden. Oder besser gesagt, die zu dem ganzen Mist der hier abläuft noch dazu kommen werden.

  2. Das unterscheidet den Rundblick von der sonstigen lokalen Presse. Ich denke, auch von der überregionalen Presse. Hier werden mutig Themen aufgegriffen, die woanders fast nie oder nur am Rande behandelt werden. Wichtige Themen, die die Menschen bewegen. Während man bei den üblichen Verdächtigen ins Hirn gehämmert kriegt: „Wir halten zusammen“, wird hier im Rundblick auch über Probleme und Widersprüche, die sich im Zusammenhang mit dieser „Coronakrise“ auftun, berichtet. Aber dieser Mut und diese Menschlichkeit zeichneten den Rundblick schon immer aus. Es gibt Kräfte in Unna, die sich wohl selbst als gute Menschen bezeichnen. Und die auch ihren Platz in dieser ehrenwerten Gesellschaft gefunden haben. Gerade diese ehrenwerten und guten Menschen versuchen immer wieder den Rundblick schlecht zu machen. Und benutzen dabei schlimmste Methoden. Das sollte jedem zu denken geben, wer ist ein guter Mensch und wer nicht. Wer wird einem als guter Mensch dargestellt, auch in der Presse, und wer ist wirklich ein guter Mensch. Ich danke dem Rundblick für seinen Mut und seine Menschlichkeit. Er ist und bleibt eine Ausnahme in der Presselandschaft.