Schule zu Hause – „So langsam kommt mein Futzi an seine Grenzen – und ich auch““

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Seit fast drei Wochen sind die Schulen geschlossen,  seither ist Lernen zu Hause angesagt. Was sonst die Lehrer im Unterricht vermitteln und erklären,  müssen sich die Schülerinnen und Schüler jetzt allein erarbeiten,  denn in den seltensten Fällen ist Onlineschooling schon so weit fortgeschritten,  dass die Lehrkraft im leeren Klassenzimmer steht und von dort aus ihre gesamte Klasse virtuell unterrichtet  – jeder Schüler schaltet sich von zu Hause aus ein und kann vor allem auch Nachfragen stellen,  sobald er etwas nicht versteht.
In der Realität sieht es in den meisten Familien eher so aus, dass die Eltern (die mit der Situation meist schon genug zu kämpfen haben) sich zusätzlich zu eigenen existenziellen Sorgen noch als Aushilfslehrer betätigen.
Doch müssen sie das, sollen sie das überhaupt? Steffi Schümann aus Kamen hat sich darüber ihre eigenen Gedanken gemacht.  Sie schreibt:

„So langsam kommt mein Futzi an seine Grenzen.

Die Menge Hausaufgaben und dabei momentan nicht zu wissen, wofür eigentlich.

Irgendwie hat er auch Recht… Wofür eigentlich?

Ja, Schule ist wichtig, das wissen wir alle.
Dennoch sind momentan auch andere Dinge wichtig.

Ist es in dieser Zeit nicht sinnvoller, anderen etwas Gutes zu tun?

Den Senioren in Wohnheimen, die keinen Besuch mehr bekommen dürfen, Bilder zu malen oder kleine Briefe zu schreiben? Damit sie sich nicht allzu einsam fühlen?

Mit dem besten Freund telefonieren, weil diesem gerade total die Decke auf dem Kopf fällt und er dazu neigt, depressiv zu werden?

Unsere Kinder haben jetzt die Möglichkeit,  ganz wichtige Dinge zu lernen!!

Zusammenhalt, Geduld, Dankbarkeit, Rücksichtnahme, um nur ein paar davon zu nennen.

Auch das ist wichtig fürs Leben.
Auch das bringt sie weit im Leben.

Nicht nur Mathe, Deutsch, Englisch etc.

Und wisst ihr was?
Auch ich bin schwer genervt!

Genervt, ihn jedesmal zu motivieren.
Genervt, ihn auf Rechtschreib- oder Rechenfehler hinzuweisen.
Genervt über diese schlechte Laune.

Mir reicht das jetzt.

Ich schränke die Aufgaben auf ein Minimum täglich ein.

Mehr Pausen.
Und wenn wir dazu die Osterferien nutzen. Es ist egal!!

Wir schaffen uns lieber schöne Momente… DAS können diese ganzen Aufgaben nämlich nicht!!!

Auch uns fällt die Decke auf den Kopf. Und da ist jetzt nicht auch noch Platz für Diskussionen, Frust, Ärger und Misserfolg.“

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