Neuer Blitzer inklusive: Tempo 30 von B1 bis DO-Wall – Ziel: 20 % weniger KfZ, erkauft mit mehr Stau

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Die Ruhrallee im April. Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Elena Hesterkamp
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Eins von fünf Kraftfahrzeugen soll hier künftig nicht mehr fahren. Dieses Ziel erkauft sich die Stadt Dortmund mit dem Preis längerer Staus. Ein neuer Blitzer tut bereits seine Arbeit.

Nach der Umweltspur auf der Brackeler Straße und dem Lkw-Fahrverbot auf der B1 kommt jetzt Tempo 30 auf der Ruhrallee als nächste Maßnahme.

Zwischen B1 und Wallring gilt seit Freitag (24. 3.) Tempo 30 in beiden Richtungen. Ziel des neuen Limits ist es, den Verkehr um rund 20 Prozent zu reduzieren. Die Maßnahme ist Teil des Vergleichs mit der Deutschen Umwelthilfe, erinnert die Stadt Dortmund. Damit wandte sie ein Dieselfahrverbot ab.

Im Kreuzungsbereich Ruhrallee/Rheinlanddamm (B1) bekommt die Fußgängerampel eine sogenannte „Pförtner“-Funktion, die die Verkehrsmenge drosselt. Diese Anlage ist so programmiert, dass sie zukünftig weniger Grün-Zeit in Richtung Innenstadt zeigt. Dadurch wird die Menge an Kraftfahrzeugen auf der Strecke in die Innenstadt verringert.

Ziel der Maßnahme ist, den Verkehr auf der Ruhrallee zwischen B1 und Wall um rund 20 Prozent zu reduzieren, das bedeutet eines von fünf Kraftfahrzeugen soll nicht mehr dort fahren.

„Dass sich durch diese drosselnde Pförtner-Maßnahme der Rückstau südlich der B1 auf der B54 in Fahrtrichtung stadteinwärts -zumindest in der Anfangsphase der Einführung – verlängern wird, muss leider in Kauf genommen werden“, so die Stadt Dortmund)

Um möglichen Unfällen in einem Stau-Ende bei Annäherung im Schnellverkehr vorzubeugen, wird die Höchstgeschwindigkeit auf der B54 bereits in Höhe der Konrad-Adenauer-Allee bzw. Rombergpark reduziert – und zwar von 80 km/h auf zunächst 60, dann 50 und schließlich 30 km/h.

In Fahrtrichtung Innenstadt ist bereits nördlich der B1 ein Blitzer installiert worden. Zusätzlich sind mobile Kontrollen für beide Fahrtrichtungen durch die Polizei und das städtische Ordnungsamt vorgesehen. „Das ist erforderlich, weil die Erfahrung zeigt, dass viele Menschen sich nur dann umgewöhnen, wenn eine Regel kontrolliert wird“, erläutert die Stadt.

Sie appelliert an alle Kraftfahrzeug-Fahrer/innen, „zum Wohle der Anwohner/innen … möglichst auf andere Verkehrsmittel oder auf andere Hauptverkehrsstraßen“ umzusteigen. Die alternativen Routen hätten nicht so große Verkehrsstärken wie die Ruhrallee oder wiesen  jedenfalls eine bessere Durchlüftungssituation auf, so dass hier keine Überschreitungen des Stickstoffdioxidgrenzwertes zu erwarten seien.

Diese Veränderungen für den Verkehr sind Bestandteile des Vergleichsvertrags [pdf, 1,1 MB] , den das Land NRW mit dem Verein Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) unter Beteiligung der Stadt Dortmund vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster geschlossen hat. Durch diesen Vergleich konnten zum Beispiel weitreichende Fahrverbote, die auch für Diesel-Pkw gegolten hätten, verhindert werden.

Die Stadt Dortmund wird die Verkehrsmengen auf der Ruhrallee zählen, um die notwendigen Verdrängungen des Verkehrs von rund 20 Prozent nachweisen zu können.

Falls die Maßnahmen nicht ausreichen, um bessere Luft mit weniger Stickstoffdioxiden an der Ruhrallee zu erreichen, muss die Stadt nochmal nachsteuern – und zwar über eine noch strengere Pförtnerung an der Fußgängerampel, um noch weniger Kraftfahrzeuge auf die Strecke in Richtung Innenstadt zu lassen.

Die Entwicklung der Messwerte für Stickstoffdioxid und die Ergebnisse der Verkehrszählung auf der Ruhrallee werden daher sehr genau beobachtet, ebenso wie das Einhalten der neuen erlaubten Höchstgeschwindigkeit.

Quelle: Stadt Dortmund

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