Haareschneiden erlaubt – Bartpflege/Kosmetik verboten – „Keine Idee“ für Gastronomie und Feste

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Weiterhin nur Lieferservice erlaubt: Geschlossene Türen auch bei Unnas Gastronomen, hier dem Ollen Kotten am Morgentor. (Foto RB)
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„Keine Idee“, wie man wieder Volksfeste feiern könnte, ebensowenig eine Idee, wie und wann Kneipen und Gaststätten wieder öffnen könnten. Für die betroffenen Branchen ist es eine niederschmetternde Aussicht, die heute (29. April) der NRW-Gesundheitsminister im Landtag kundtat.

Laut Zitat der WAZ (Onlineausgabe) gestand Karl-Josef Laumann im Landtag offen seine Hilflosigkeit ein. „Was mir richtig leid tut, ist, dass ich überhaupt keine Idee habe, wie wir wieder Volksfeste machen können“, erklärte er demnach. Auch wie Gaststätten und Kneipen wieder eröffnet werden könnten, „wisse er nicht“.

Wieder öffnen – unter strengen Auflagen – dürfen ab Montag, 4. Mai, wie angekündigt die Friseure. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales plant hierzu eine Änderung der Coronaschutzverordnung (CoronaSchVO). Die Standards wurden gemeinsam mit den Friseur-Innungen erarbeitet.

„Unsere Auflagen sind streng, aber ich glaube, sie sind ein guter Kompromiss zwischen dem Infektionsschutz und dem berechtigten Interesse von Friseurinnen und Friseuren, wieder ihrer Arbeit nachgehen zu dürfen. Sie können eine Blaupause für weitere mögliche Öffnungen im sogenannten ‚körpernahen Dienstleistungssektor‘ sein“, so Gesundheitsminister  Laumann.

Der Minister weiter: „Das Corona-Virus wird uns lange begleiten. Deswegen müssen wir gemeinsam Verhaltensregeln erarbeiten, die uns vor einer neuen Infektionswelle schützen, aber unserer Gesellschaft und Wirtschaft die dringend erforderlichen Freiräume geben.“

Gemäß dieser Hygiene- und Infektionsstandards bleiben gesichtsnahe Dienstleistungen wie

  • Augenbrauen- und Wimpernfärben,
  • Augenbrauenzupfen,
  • Gesichtskosmetik,
  • Rasieren und Bartpflege

bis auf Weiteres verboten.

Hintergrund seien die „in diesem Bereich größeren und in den Auswirkungen noch unklaren Infektionsrisiken. Zudem können diese Tätigkeiten in der Regel von jedem selbst vorgenommen werden“, so das Ministerium. „Bei der Haarpflege ist man dagegen viel stärker auf die Hilfe von Profis angewiesen.“

Bei den jetzt zulässigen Dienstleistungen müssen die Geschäfts- oder Saloninhaberinnen und -inhaber

  • Kunden und Beschäftigten mit Symptomen einer Atemwegsinfektion den Zutritt grundsätzlich verweigern.
  • Auch müssen sie ab Montag die Kontaktdaten ihrer Kunden dokumentieren.
  • Mund-Nase-Bedeckungen im Salon sind obligatorisch – müssen also getragen werden.
  • Kundinnen und Kunden haben einen Umhang zu tragen.
  • Friseurinnen und Friseure müssen außerdem Einweghandschuhe anlegen und diese bei jedem neuen Kunden wechseln.
  • Materialien und Geräte wie Scheren und Kämme sind nach jedem Kunden mit einem fettlösenden Haushaltsreiniger zu reinigen. „Dieser zerstört die lebenswichtige Hülle möglicher Viren.“

Das Ministerium hat darüber hinaus Hygiene- und Schutzstandards für die Fußpflege – sogenannte podologische Dienstleistungen – erlassen. Zwar war die medizinisch erforderliche Fußpflege zu keinem Zeitpunkt untersagt, die Regelungen schaffen allerdings Rechtssicherheit für das gesamte Leistungsspektrum der Fußpflege.

Die Standards werden nun in die Coronaschutz-Verordnung eingearbeitet und zeitnah auf der Internetseite des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales online gestellt.

Quelle: https://www.mags.nrw/

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