Berufsspieler ließ sich auf Gleis in Bönen die Hand von Zug abtrennen – absichtlich

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Symbolbild / Quelle Archiv Rundblick
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Was für ein Grusel: Ein Mann legt seine Hand aufs Gleis, wartet auf den Zug – und lässt sich das Gliedmaß absichtlich abfahren.

Die leicht horrorhafte Szene spielte sich im Oktober vorigen Jahres in Bönen-Nordbögge ab. Heute stand der seither einhändige 45-jährige Berufsspieler vor dem Amtsgericht in Dortmund. Der Richter hatte über Unfall oder Absicht zu entscheiden.

Er urteilte: Absicht. Und verurteilte den Mann wegen Betrugs: Er muss zweieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Denn: Bevor an jenem Oktobertag am Gleis 2 in Nordbögge ein Zug über die Hand brauste, hatte der 45-Jährige gleich 9 Unfallversicherungen abgeschlossen. Mit Renten und Auszahlungen hätte er möglicherweise über 6 Millionen Euro kassiert.

Die Version, er sei beim Überqueren der Gleise vor den anfahrenden Zug gestürzt, kaufte der Richter ihm nicht ab. Auch deshalb nicht, weil der 45-Jährige zum Tatzeitpunkt bereits  unter Bewährung stand – wegen einer ganz ähnlichen Geschichte 5 Jahre zuvor: Damals hatte er vorgetäuscht, dass ihn auf einem Australienurlaub ein Krokodil  in die Hand gebissen hätte. In Wahrheit hatte er sich die entsprechenden Verletzungen selbst beigebracht; mit einem Nagelbrett. Damals konnte die Hand gerettet werden. Diesmal mussten die Ärzte sie amputieren.

Der Gerichtsreporter des WDR zitierte den Richter bei der Urteilsverkündung mit der Feststellung:

„Sie haben wohl schon öfter mit hohen Einsätzen gespielt. Ich fürchte, diesmal haben Sie verloren.“

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