Pkw mit Vater und Tochter (6) überschlägt sich: Unfallflucht im B236-Tunnel – Zunächst half niemand

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Matthias Schiffner nach dem Unfall im Krankenhaus. (Foto: Privat)
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Für einen schweren Unfall mit Flucht am Mittwoch, 10. Juni, sucht der betroffene Autofahrer – ein junger Vater  – in den sozialen Medien dringend Zeugen.

Von der Autobahnpolizei Kamen, die den Fall bearbeitet, wurde bis zum Freitagnachmittag noch kein Zeugenaufruf über die Polizeipressestelle Dortmund erstellt.

Der betroffene Autofahrer, Matthias Schiffner (37), hatte seine kleine Tochter Mia im Wagen. Er schildert den Unfall wie folgt:

„!!  ZEUGEN GESUCHT !!
-B236 Tunnel Wambel-
Schwerer Verkehrsunfall mit Fahrerflucht

Ich bin an Mittwoch, den 10.06.2020, um ca. 14.00 Uhr in Begleitung meiner sechsjährigen Tochter auf der B236 im Tunnel Wambel, Fahrtrichtung Brackel/Scharnhorst, mit meinem schwarzen Toyota RAV4 Bj. 96, mitten im Berufsverkehr – bei max erlaubten 80 km/h auf der linken Spur fahrend – von einem silbernen oder hellgräulichen Wagen von der Spur an die linke Tunnelwand abgedrängt worden und dann ins Schleudern geraten.

Nachdem ich noch versucht habe, dem direkten Überschlagen entgegenzuwirken und dafür die ganze Breite des Tunnels in Anspruch genommen habe, konnte ich es letzlich nicht mehr verhindern und wir haben uns dann überschlagen!!

Als wir dann glücklicherweise auf allen Vieren auf der rechten Seite des Tunnels zum Stehen gekommen sind, ich kurz die Lage versucht habe zu überblicken und mich um meine Tochter gekümmert habe, musste ich feststellen, dass weder vor mir noch hinter mir irgendjemand war, der es für nötig gehalten hat anzuhalten, um Hilfe zu leisten.

Ich habe dann die verklemmte Fahrertür halb aufbekommen und konnte den Wagen verlassen, so dass ich versuchte,  vorbeifahrende Fahrer, wild gestikulierend, dazu zu bewegen, mir zu helfen. Ohne Erfolg!

Unglaublich traurig und frustrierend, aber wahr!

Ich habe dann kurz meine weinende (immer noch auf der Rückbank sitzende) Tochter beruhigt und versorgt. Nächster Versuch!

Voller Ungläubigkeit und gepaart mit einem Gefühl von Hilflosigkeit, welches dann in Frustration umgeschlagen ist (nach mehr als 3 Minuten Hoffen und Warten auf Hilfe), habe ich dann mein Erste-Hilfe-Set, welches ich mir wohl noch vorm Aussteigen geschnappt und die ganze Zeit über in der Hand gehalten haben muss, auf die Fahrbahn geschmissen, mich wieder zu meiner Tochter gewendet.

Und dann ist endlich jemand, dem ich sehr, sehr dankbar bin, rangefahren. Er hat dann den Notruf gewählt, so dass ich endlich meine Tochter aus dem rundum völlig zerstörten Wagen befreien konnte, und hat sich danach komplett um uns gekümmert. Vielen Dank nochmal, sollte es denjenigen erreichen!

Von einem direkten Zeugen oder dem Unfallverursacher war keine Spur zu sehen…

Ich möchte diejenigen bitten, die etwas zu dem Unfallhergang sagen können und perplexer Weise im ersten Moment weitergefahren sind, sich bei der Polizei  zu melden.

Ich kann es ehrlich gesagt kaum glauben, aber mir und meiner Tochter geht es gut! Bis auf ein paar Schnittwunden und leichten Prellungen sind wir relativ unbeschadet aus der Sache rausgekommen. Da hat Toyota im Jahre 1996 gute Arbeit geleistet (verstärkterRahmen/Karosserie) und wir müssen mehrere Schutzengel gehabt haben!

Bisher gibt es leider keine Zeugen, die sich gemeldet haben! Es wird wohl von der der Polizei keine Pressemeldungen zu dem Unfall herausgegeben, weshalb ich hier (wiederholt) selbst aktiv werden muss! Anzeige wegen Fahrerflucht und Körperverletzung wurde seitens der Polizei gestellt.

Also…
Wer etwas zu dem Unfall sagen kann…
BITTE MELDET EUCH!!
Danke!!

Matze und Mia
(überglücklich, noch wohlauf zu sein!!)“

Die Fotos wurden von der öffentlichen Facebookseite des Betroffenen übernommen. 

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1 KOMMENTAR

  1. Vor Jahren hatte ich ein ähnliches Erlebnis mit unterlassener Hilfeleistung. Ich hatte einen Zweiradunfall, bin mit ca 50 kmh ungebremst in die Seite eine Autos gekracht, das mir die Vorfahrt genommen hatte, und wurde auf die Gegenfahrbahn geschleudert. 50 m weiter war zum Glück eine Ampel die gerade Rot zeigte und somit kein Auto entgegenkam. Jetzt kommt’s, Ampel schaltet auf grün Autos fahren los, ich liege immer noch benebelt mitten auf der Fahrbahn, die autos kommen auf mich zu, und? Sie weichen über dem Bürgersteig aus und umfahren mich. Passanten stehen etwas weiter entfernt und schauen nur rüber. Ich schau zum unfallversusacher, der immer noch in sein Auto sitzt, hat evt selber ein Schock. Niemand kommt, ich will hoch, aber irgendwie geht’s nicht. Dann endlich nach gefühlten 50 Autos die an dem Unfall vorbeigequetscht haben hält ein Fahrschulauto an, der Fahrlehrer steigt aus kommt zu mir, endlich es ist jemand da quatscht dich an, hilft dir von der Straße runter. Ab dem Zeitpunkt kamen noch ein paar Passanten um zu helfen. Wahrscheinlich weil jemand den ersten Schritt gemacht hat, wer weiß. Aktuell hat noch niemand polizei oder Krankenwagen verständigt. Ich hatte gehört wie jemand in die Runde fragte ob dies getan wurde und alle sagten nein ich nicht. Naja ab da lief alles wie es eig sollte. Das war meine Erfahrungen mit erste Hilfe.