Lesermeinung: Coronaregeln ein „Kniffelspiel“ mit undurchsichtigen Unterschieden

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Würfelspiel - Symbolbild, Quelle Pixabay
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Zu den unterschiedlichen Vorgaben, die laut der Coronaschutzverordnung von Branche zu Branche gelten, nimmt kritisch  nimmt dieser Leser Stellung:

„Schon seit langem wirkt der umgangssprachliche „Flickenteppich“, den viele nur auf die gesamte Bundesrepublik beziehen, auf mich eher kommunal gesehen, auf die verschiedenen Geschäftszweige.

Als kleines Beispiel:
Im Restaurant kann eine Gruppe, mit bis zu 50 Personen, eine begründete Feierlichkeit mit zB Buffet, im abgetrennten Raum, ohne Maske und ohne Abstandspflicht durchführen.
Zugang mit Handdesinfektion, Datenerfassung ist weiterhin Pflicht. Bei uns hat so eine Fläche ca 120-150 qm.
Also 50 Personen auf 150 qm ohne Schutzmaßnahme.

(Zitat aus der Hygieneanlage zur neuen Verordnung: „17. Ein Fest nach § 13 Absatz 5 CoronaSchVO kann in der gastronomischen Einrichtung in vom übrigen Gastverkehr
abgetrennten Räumlichkeiten mit höchstens 50 Teilnehmern ohne Einhaltung des Abstandsgebots und ohne
Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung durchgeführt werden, soweit geeignete Vorkehrungen
zur Hygiene und zur einfachen Rückverfolgbarkeit nach § 2a Absatz 1 CoronaSchVO sichergestellt sind.“)

Im Fitnessstudio muss zwischen Geräte auf der Fläche und im Kursraum zwischen den Teilnehmern jeweils 2m Abstand in alle Richtungen. Wenn es nicht passt, müssen Geräte gesperrt werden, und die Personenzahl im Fitnessstudio errechnet sich somit aus der Anzahl an Geräten und der Fläche eines Kursraums. In unserem Fall passen ca 90 Personen auf 2.500qm.

(Zitat aus der Hygieneanlage zur neuen Verordnung: „2. Der Zutritt zum Studio ist so zu regeln, dass nicht mehr Kunden in das Studio gelangen als Plätze in den Kursräumen und Geräte nach den folgenden Regeln nutzbar sind. …..11. Bei Kursen ist der Zugang zum Kursraum so zu regeln, dass für jede Kundin/jeden Kunden ein Mindestabstand
von 2 m in alle Richtungen gegeben ist.
12. Fitnessgeräte sind so anzuordnen bzw. entsprechend abzusperren, dass der Abstand zwischen zwei gleichzeitig
mit Kundinnen/Kunden besetzten Sportgeräten grds. mindestens 2,0 m beträgt (gesicherter Mindestabstand
1,5 m zzgl. Bewegungsraum und Trainingsgerät). Gegebenenfalls ist nur jedes zweite Gerät zu nutzen.“)

Man merkt schnell, dass es im Bezug „Fläche zu Person“ einen kleinen Unterschied gibt… und diese Beispiele kann man ewig weiterführen.

Ich beziehe hiermit keine Stellung, was richtig oder falsch ist, weil es bei weitem nicht meine Aufgabe ist. Aber wenn ich konstruktive Kritik äußern wollte/sollte/müsste, wäre es der Punkt, dass einheitliche Regeln gelten sollten.

Die weiteren Lockerungen sind somit eine logische Konsequenz, die allerdings, wie oben beschrieben, etwas nach Kniffel Spiel im Parlament aussehen.

Es gibt immer ein Für und Wider bei solchen Entscheidungen. Mit genug Eigenverantwortung durch die Kommunen und Bürger/-innen wird es auch hoffentlich in der Entwickelung der Zahlen so weiter gehen. Ich finde es nur schade, wenn die Gegner von Lockerungen meist sehr Inhaltlos kritisieren, dass alles zu schnell geht.


Jeder, der den erzwungenen Schutz für sich benötigt, kann ihn sich ja weiterhin auferlegen und sein Leben ein- oder beschränken. Aber umgekehrt ist es leider nicht möglich, dass wir leben können, wenn alles verpflichtend eingeschränkt ist, und dass wegen einer momentanen aktiven Infektionszahl von ca. 0,006% der Bürger/-innen in Deutschland.

Regelungen sind absolut wichtig, aber nur wenn sie im Verhältnis auch passen und mit einem umsetzbaren Plan hinterlegt ist, damit reagiert werden kann.“
Ben Blume, Unna

 

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