„Anreisende Trinkerszene“ macht Unna zu schaffen – „Sie klettern mit Alkohol auf Laternen und pissen in die Büsche“

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Kontrolle im Frühjahr im Stadtgarten. / Foto Archiv
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Eine „neue Szene, die wir bisher nicht kannten“ sei das, kritisierte Ingrid Kroll. Die  Ortsvorsteherin von Unna-Oberstadt,  fraktionslose Ratsvertreterin und Bürgermeisterkandidatin für „Wir für Unna“ war bei ihrer Anfrage am Donnerstagabend (19. 6.) im Haupt- und Finanzausschuss auf 180.

Es geht um den Bereich Rathausplatz/Katharinenplatz/Katharinentreppe bis zum Bahnhof und hinüber zum Stadtgarten. In diesem Umfeld, schilderte Ingrid Kroll ihre eigene und die Beobachtung von Bürgern, habe sich eine „neue Szene“ breitgemacht.

„Eine Szene, die wir wir dort vorher nicht kannten. Eine Trinkerszene, die anreist. Teilweise bis zu 18 Personen, die“, Kroll machte sich unverblümt Luft:

… in die Büsche pissen, Frauen, die sich mit runtergezogener Hose in die Büsche hocken und ihre Notdurft verrichten. Sie klettern mit Alkohol auf Laternen, sitzen mit Alkohol im Brunnen, bei Engbers, an der Pralinothek. Es wird gestohlen, es wird gegröhlt – das ist nicht haltbar!“

Die Ortsvorsteherin redete sich sichtlich in Rage bei ihrer energischen Anfrage an den Bürgermeister, was die Stadt denn zu tun gedenke, um diesem hemmungslosen Treiben Einhalt zu gebieten?

„Jetzt ist ja auch der Kindergarten wieder geöffnet. Im Stadtgarten, überall sitzen sie. Das ist kein schönes Gefühl, mit einem Kleinkind Richtung Kindergarten zu gehen und immer damit rechnen zu müssen, dass diese Herrschaften aus dem Gebüsch kommen!“

Bürgermeister Werner Kolter sah sich um „eine fachliche Antwort gebeten“. Alkoholverbote – eine mögliche Option – hätten in anderen Städten nie standgehalten. Die städtische Ordnungsbehörde arbeite „bis an die Grenze des Machbaren“ (u. a. wegen der zu überwachenden Coronaschutzverordnung). In der Vergangenheit hätte es immer wieder an unterschiedlichen Orten in der Stadt derartige Problematiken gegeben, so Kolter, er erinnere nur an die 80er Jahre in Königsborn.

Dirk Wigant gab als Beigeordneter für Ordnung und Sicherheit zu bedenken, dass dies nicht allein als Problem von Polizei und Ordnungsbehörden zu betrachten sei. Hier sei vor allem die „aufsuchende Tätigkeit“ von Sozialarbeitern gefragt – „doch da gibt es ein Personalproblem.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Rudolf Fröhlich ergänzte seine persönliche Einschätzung, dass der von Kroll genannte Bereich inzwischen „ein akzeptierter Treffpunkt für diese Klientel“ sei. Ob man mit mahnenden Worten weiterkäme, wolle er aus seiner Erfahrung als ehemaliger Polizeibeamter mal dahingestellt lassen: „Diese Klientel ist in der Regel alkoholisiert und damit Argumenten nicht sehr zugänglich – sehr vorsichtig formuliert.“

 

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