Lidl/Edeka in Massen: Auf Aufstellungsbeschluss folgt Bürgerversammlung

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Lidl-Markt / Beispielfoto, Rundblick-Archiv
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Der Neubau von Lidl und Edeka an der Massener Bahnhofstraße hat am Mittwoch (17. 6.) im Haupt- und Finanzausschuss seine nächste Hürde genommen.

Der Aufstellungsbeschluss für die Verlegung der beiden Standorte (Lidl zieht von der Hansastraße herüber, Edeka von der Kleistraße) wurde mit großer Mehrheit von SPD, CDU und FDyp befürwortet. 5 Gegenstimmen kamen von Grünen, Renate Nick (SPD) und FLU.

Dem Aufstellungsbeschluss soll eine Bürgerversammlung folgen.

Baudirektor Michael Ott betonte vorab, dass es um eine „Verlagerung“ der Standorte gehe und dass Edeka Schmitt an der Kleistraße definitiv schließen werde. Grund: Der Standort sei nicht längerfristig rentabel und habe keine Entwicklungsperspektive.

  • Dort werde es nach dem Auszug von Edeka auch keine weitere Nutzung für Lebensmitteleinzelhandel mehr geben,  machte Ott klar. Es komme dort ein Getränkemarkt hin.
  • Umsatzeinbußen für den Rewe-Markt setze das Gutachten von Junkers&Kruse mit 3-7 Prozent an, so Ott. Das sei ein einem Kaufmann zuzumutender Wert.
  • Lidl wird seinen bisherigen Standort an der Hansastraße mit 790 qm Verkaufsfläche im Zuge den Neubaus ebenfalls schließen und sich an der Massener Bahnhofstraße auf 1200 qm vergrößern.
  • Der neue Edeka hingegen wird nur unwesentlich größer als der an der Kleistraße.
  • Das historische Gebäude am neuen Standort wird in den Neubau integriert.
  • Kritisch ist und bleibt die Verkehrssituation an diesem Knotenpunkt, räumte Baudirektor Ott unter Hinweis auf das Verkehrsgutachten ein.
  • Zwar kämen  durch das neue Einzelhandelsdoppel noch einmal Mehrverkehre durch Kunden und Zulieferer dazu, doch der geplante Umbau der Kreuzung Massener Bahnhofstraße/Kleistraße werde die Verkehrsströme entsprechend entzerren und die Situation verbessern: Von der bisherigen Note „Mangelhaft“auf „Ausreichend“.

Die Gegner des neuen Einzelhandelsstandorts, für die in der Ausschusssitzung Ines Nieders-Mollik (Grüne) und Renate Nick (SPD) sprachen,  argumentieren wie berichtet mit dem Zubauen der Frischluftschneise Richtung Dortmund,  Flächenversiegelung und der Verkehrsfrage.

Rudolf Fröhlich, Fraktionsvorsitzender der CDU, resümierte  die kontroverse Diskussion auf unserer Facebookseite schlussendlich wie folgt:

Einige Menschen haben scheinbar ein merkwürdiges Demokratieverständnis: Alle, die nicht ihrer Meinung sind, werden als Deppen bezeichnet. Andere verfolgen gnadenlos ihre Eigenunteressen, indem sie dieses Vorhaben mit allen Mitteln verhindern wollen, weil sie im Bereich Kletterstrasse Häuser besitzen. So versucht eine kleine Minderheit, einem ganzen Stadtteil ihre Meinung aufzudrücken. Sachlichen Argumenten ist man dabei weiterhin nicht zugänglich. Neuerdings wird eine Kuhweide in Massen als ,Naherholungsgebiet‘ dargestellt. Eine der wenigen Personen, die gegen das Projekt ist und trotzdem sachlich argumentiert, ohne persönliche Beleidigungen auszusprechen, war/ist Frau Nick. Hut ab, Renate.“

 

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