Hund im Bornekamp in Pkw gesperrt – Herrchen macht 2 Stunden Radtour

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Bitte keine Tiere - und keine Kinder!!! - allein im Auto lassen, schon in kurzer Zeit heizt sich das Innere gefährlich auf! (Foto c/o Deuscher Tierschutzbund)
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Heiß war es noch nicht am Samstag zum Sommerbeginn, es war aber warm – am Nachmittag im Bornekamp etwas über 23 Grad, berichtet Anwohner Volker Viebahn.

Er beobachtete dort zum wiederholten Mal folgende Begebenheit:

Ein Mann kommt in einem Pkw angefahren, lässt seinen Hund heraus. Er lässt das Tier sein Geschäft verrichten.

„Dann sperrt er ihn im Inneren des Fahrzeuges ein, setzt sich auf sein Rad und macht eine Fahrradtour. Der Hund liegt auf dem Beifahrersitz, kein  Wasser im Auto. Die Scheibe auf der Fahrerseite war einen kleinen Spalt heruntergedreht.“

Dies schilderte Viebahn nicht nur unserer Redaktion, sondern auch dem Tierschutzverein Unna. Inklusive der Reaktion der Kreispolizeibehörde, bei der er sich als besorgter Tierfreund gleich als Erstes gemeldet hatte.

„Wie gesagt, es war nicht das erste Mal. Der Mann ist immer eine Weile mit dem Rad weg und lässt den Cocker im Auto.

Gestern um 15.10 Uhr fuhr er ab, bei 23 Grad Außentemperatur, und kam um kurz nach 17 Uhr zurück, bei immer noch über 22 Grad. Die Straße, wo er parkt, spendet keinen Schatten.“

Direkt um 15.18, schilderte Viebahn dem Tierschutzverein, rief er bei der Polizeileitstelle an.

„Die Beamtin am Telefon sah keinen Grund, in dieser Sache zu kontrollieren. Das wären ja gerade einmal nur 8 Minuten. Ich habe ihr dann versucht klarzumachen: Der Mann steigt nicht nur einmal aus, um Zigaretten zu holen, sondern macht eine Fahrradtour. Worauf sie anwortete: Wenn der Hund nicht unruhig wäre und nicht bellen würde, wäre kein Handlungsbedarf erforderlich.

Ich habe mich dann bei ihr für die Freundlichkeit bedankt, mit dem Hinweis, ich würde mich beim Tierschutzverein erkundigen.“

Ursula Horn vom Tierschutzverein Unna schrieb Viebahn ihren Dank zurück, dass er sich um solche Fälle kümmere. Sie verweist auf den Artikel „Sommerhitze setzt auch den Tieren zu“ auf der Homepage des Tierschutzvereins (er ist unten wiedergegeben).

„Meine Erfahrungen mit der Polizei in dieser Sache waren bisher keine guten“, bedauert die Tierschützerin in ihrer Antwortmail an Viebahn. „Ich werde auch in Zukunft zur Selbsthilfe greifen. Auf der Seite des Deutschen Tierschutzbundes finden Sie gute Empfehlungen.“

Volker Viebahn wird diesen konkreten Fall weiter beobachten. Ab Mitte nächster Woche soll es hochsommerlich warm werden.

Zur Reaktion der Polizei:

Sommerhitze setzt auch den Tieren zu

Während viele Menschen sich über den heute endlich angebrochenen Sommer freuen, werden die heißen Temperaturen für viele Tiere aktuell und während kommender Hitzeperioden zur Belastung. Der Grund: Hund, Katze und Co. können sich im Unterschied zum Menschen nicht durch Schwitzen über die Haut abkühlen, sondern allein durch Trinken oder Hecheln. Der Deutsche Tierschutzbund erklärt, mit welchen Vorsorgemaßnahmen Tierhalter ihren Lieblingen unnötiges Leiden oder gar den Hitztod ersparen.

Bei großer Hitze ist vor allem ein Schattenplatz wichtig, an den sich das Tier jeder Zeit zurückziehen kann. Kleine Heimtiere, die im Außengehege leben, dürfen nie schutzlos der Sonne ausgesetzt sein. Tierhalter sollten sicherstellen, dass sich das Gehege den ganzen Tag zumindest teilweise im Schatten befindet. Volieren und Gehege im Inneren des Hauses sollten nie direkt vor dem Fenster stehen, da auch hier Sonneneinstrahlung und damit Hitzeentwicklung extrem sein können. Bei Hunden sollte das Gassigehen in die Morgen- oder Abendstunden verlegt werden, wenn die Temperaturen niedriger sind. Spaziergänge im schattigen Wald sind dabei eher zu empfehlen, anstatt sich mit dem Hund ungeschützt vor der Sonne auf freier Fläche aufzuhalten.

Da auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr entscheidend ist, bei Hitze aber mehr Wasser verdunstet und die Tiere mehr trinken, sollten Tierhalter öfter kontrollieren, ob genügend Wasser im Napf vorhanden ist. Auch Frischfutter dient der Flüssigkeitszufuhr, allerdings verdirbt es bei Hitze schneller, weshalb Reste nach dem Füttern schnell entfernt werden sollten.

Autos werden zur tödlichen Hitzefalle

Auf gar keinen Fall dürfen Hunde und andere Tiere alleine im Auto gelassen werden, auch nicht für wenige Minuten. Selbst wenn das Auto im Schatten geparkt wird oder der Himmel bewölkt erscheint, kann die Sonne schnell und unbemerkt auftauchen oder wandern. Autos heizen sich schnell auf Temperaturen von bis zu 50 Grad auf – eine tödliche Falle für Tiere, die sich noch darin befinden. Das Fenster einen Spalt geöffnet zu halten, ist absolut nicht ausreichend.

Schnelles Handeln bei ersten Warnsignalen entscheidend
Glasiger Blick, tiefrote Zunge und Hecheln mit gestrecktem Hals sind einige Anzeichen dafür, dass Hunden die Hitze zu sehr zusetzt. Außerdem sind Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen und schließlich Bewusstlosigkeit Anzeichen für einen Hitzschlag, der im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres führt. Wenn Symptome auftreten, die auf einen Hitzschlag deuten, ist so schnell wie möglich ein Tierarzt aufzusuchen. Auf dem Weg dorthin kann man das Tier in der Zwischenzeit mit feuchten Handtüchern abkühlen.

Quelle: Tierschutzverein Unna

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3 KOMMENTARE

  1. Vorab: Ich liebe Tiere über alles!
    Aber liebe Tierschützer, man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen.
    Ich kann mir nicht vorstellen, das der besagte Hundehalter im entferntesten
    vor hatte sein Tier leiden zu lassen. Die Scheibe des Fahrzeuges war geöffnet
    und ich denke nicht das er sein Fahrzeug in der „prallen“ Sonne hat stehen lassen,
    schließlich leben wir nicht in der Sahara.
    Zudem… 22-23 Grad… das ist nix. Ne Leute, meldet euch wieder, wenn etwas
    unverantwortliches mit den Tieren passiert… und handelt dann!

  2. Sehr geehrter Herr Uhlenbusch… –

    Hallo, Herr Uhlenbusch.
    1. Es war leider keineswegs eine einmalige Beobachtung – siehe Schilderung des Herrn V.
    2. Zu den Temperaturen – 22-23 Grad „das ist nix“? Genau dies ist leider ein weit verbreiteter Irrtum. Leider können wir Ihnen die entsprechende Warntabelle nicht hier verlinken, die von Tierschützern wie von Feuerwehr und Polizei selbst immer wieder in den Sommermonaten veröffentlicht wird. Ein Auto, dass bei 22 Grad abgestellt wird, heizt sich im Innenraum in 30 Minuten auf 38 Grad und in 60 Minuten auf 48 Grad auf (es stand in diesem Fall in der Sonne). -VG.