Fall Bornekamp – Hund in verschlossenem Auto: Das sagt die Polizei

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Hund im Auto / Symbolfoto Pixabay
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Herrchen geht radfahren und lässt im zugesperrten Auto zurück, ohne Wasser. Und nicht zum ersten Mal.

Für eine Vielzahl verständnisloser und meist zorniger Reaktionen sorgte unser Bericht über den am Samstag in einem verschlossenen Pkw im Bornekamp zurückgelassenen Hund. Anwohner Volker Viebahn hatte die Reaktion in der Polizeileitstelle Unna auf seinen Hinweis als wenig glücklich empfunden, ärgerte sich als Tierfreund über den Eindruck von Gleichgültigkeit bei der Polizei.

Nein, ein Tier in Not ist immer ein Notfall, betont Polizeisprecher Christian Stein. „Herr Viebahn hat sich genau richtig verhalten.“

Ausdrücklich sei es immer genau richtig, den Notruf 110 zu wählen, wenn eine Gefahrenlage vorliege; auch für ein Tier, unterstreicht Stein. „In der Regel schicken wir sofort ein Fahrzeug raus, wenn es z. B. 35 Grad sind und sich der Fahrzeughalter bereits eine halbe Stunden zuvor entfernt hat.“

Bei Volker Viebahns Anruf war der Halter des Hundes erst seit 8 Minuten weg. Nun wusste Viebahn zwar, dass er zu einer Fahrradtour aufgebrochen war (und erfahrungsgemäß mindestens ein, zwei Stunden wegbleiben würde), doch in der Leitstelle sei laut Stein entschieden worden, zunächst keinen Streifenwagen zu schicken:

„Weil die Temperaturen nicht so hoch waren, weil wie gesagt erst 8 Minuten vergangenen waren und weil wir am Samstag auch eine unruhige Einsatzlage hatten.“

Volker Viebahn hingegen wiederholte heute gegenüber unserer Redaktion noch einmal, dass er auf die Situation durchaus mit der nötigen Dringlichkeit hingewiesen hätte.

„Ich hatte bei meinem Anruf in der Leitstelle den Vorgang geschildert und dass er sich im Bornekamp ja nicht zum ersten Mal abgespielt hat. Diesen Herrn beobachte ich schon länger. Das sagte ich auch bei meinem Anruf. Ich war schon etwas verärgert, als ich zur Antwort bekam, da wäre ja jetzt nichts Verwerfliches dran, das wäre doch gerade ein 8 Minuten her und dafür würden sie keinen Wagen herausschicken.

Ich habe  dann gesagt, hallo, der holt nicht eben Zigaretten, der macht eine Fahrradtour. Soll ich jetzt so lange hier stehenbleiben, bis er zurückkommt? Ich habe Autokennzeichen und Fahrzeugtyp genannt. Und ich habe dann in etwas energischem Tonfall gesagt, ich hätte gelesen, in anderen Fällen hätten Kollegen auch schon einmal die Scheibe eingeschlagen. Ich habe nich dann verabschiedet mit dem Hinweis, ich würde mich an den Tierschutzverein wenden.

Mir ging es hier um ein Tier, das sich nicht selbst helfen kann, mehr nicht.“

Absolut richtig, wiederholt Polizeisprecher Stein.

Was man in solchen Fällen tun sollte, wenn man ein Tier in einem verschlossenen Auto sieht:

1. Nach dem Fahrer Ausschau halten.

2. Schlägt das fehl: Über den Notruf 110 die Polizei informieren.

3. Die Polizei kommt dann raus, versucht, den Halter festzustellen und mit ihm in Kontakt zu treten.

4. Schlagen diese Versuche fehl und ist Gefahr im Verzug (verschlossene Fenster, Wärme), wird die Polizei die Scheibe des Fahrzeugs einschlagen, da anderweitige Maßnahmen (Schlüsseldienst etc.) zu lange dauern.

5. Wichtig, rät Polizeisprecher Christian Stein: Nicht eigenmächtig tätig werden und z. B. selbst die Scheibe des Autos einschlagen. Wer das tut, riskiert eine Zivilklage wegen Sachbeschädigung.

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