Unna fährt „Corona-Streifen“ zurück – 18 Bußgelder verhängt – Stadt und Polizei jetzt unbefristet „Ordnungspartner“

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Unbefristet Partner: Dirk Wigant (Beigeordneter Stadt Unna), Heike Güse (Ordnungsamtsleiterin Unna) und Wachleiter Uwe Bergmeier von der Kreispolizei Unna sehen sich vom Nutzen ihrer gemeinsamen Ordnungspartnerschaft überzeugt. (Foto: Rundblick Unna)
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Die intensiven Streifengänge von Polizei und Ordnungsamt Unna zur Wahrung der Coronaschutzverordnung werden ab sofort wieder zurückgefahren. Das kündigten der städtische Beigeordnete Dirk Wigant und Uwe Bergmeier, Wachleiter der Polizei Unna, am Dienstag (23. 6.) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Rathaus an.

Mit dabei war Heike Güse, seit wenigen Monaten Leiterin des Unnaer Ordnungsamtes. Ebenso wie Wigant und Bergmeier unterstrich sie: Die Unnaer haben sich insgesamt vorbildlich an die Infektionschutzvorgaben gehalten. In der gesamten Zeit seien 18 Bußgelder verhängt worden, die ganz überwiegende Zahl der Bürger habe sich äußerst verständig und einsichtig verhalten.

„Auch darum“, merkte Dirk Wigant an, „haben wir in Unna zum Glück nur sehr wenige Opfer zu beklagen.“

Zugleich gab Wigant gemeinsam mit Wachleiter Bergmeier bekannt, dass Stadt und Kreispolizeibehörde ihre „ordnungspartnerschaftlichen“ Arbeiten nunmehr unbefristet wahrnehmen.

Die sogenannte Ordnungspartnerschaft zwischen der Kreispolizeibehörde und der Stadt Unna existiert bereits seit 2006. Sie wurde regelmäßig verlängert. Nun gilt sie dauerhaft.

Wigant beschreibt diese Partnerschaft als „Netzwerk für die öffentliche Sicherheit und Ordnung“. Ordnungsamt und Polizei unternehmen dabei gemeinsame Streifengänge, vor allem in den Abendstunden. Dies soll „die Furcht vor Kriminalität abbauen und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärken“. 

Zu den weiteren Inhalten dieser Partnerschaft gehören z. B.

  • Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls sowie der ob­jektiven Sicherheit an Örtlichkeiten, an denen das Sicher­heitsgefühl empfindlich gestört ist
  • sichtbare Präsenz
  • Bereitstellung von Ressourcen für gemeinsame Einsätze
  • Erkennen von Brennpunkten, Erarbeitung von Problemlösungen
  • Anlassunabhängige gemeinsame und / oder separate Bestreifung des Stadtgebietes
  • Gemeinsamer Kontrollen aus besonderem Anlass an „Örtlichkeiten, die eine latente Nähe zu Straftaten/ Ordnungswidrigkeiten bieten“.

„Die positiven Reaktionen und die große Akzeptanz in der Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren haben uns bewogen, die Ordnungspartnerschaft unbefristet fortzuführen“, erklärt der Beigeordnete.

Besonders intensiv wurde die Zusammenarbeit mit dem Ausbruch der Coronapandemie, die das öffentliche Leben nicht nur in Unna seit Mitte März stillgelegt hatte. „Die Absage des Benefizkonzertes der Bundeswehr am 11. März war der erste Aufschlag und hat sich im Nachgang als die einzige richtige Maßnahme erwiesen“, ist Dirk Wigant überzeugt. Und Wachleiter Uwe Bergmeier betont: „Die Aufgabe, vor die uns die Geißel Corona gestellt hat, ist viel zu gewaltig, als dass sie alleine gestemmt werden kann. Die Zusammenarbeit mit der Kreisstadt Unna hat sehr gut funktioniert.“

Das Ordnungsamt verzeichnete einen rasant gestiegenen Beratungsbedarf (rund 400 Gespräche pro Tag) von Bürgern, Geschäftsleuten und auch Vereinen. Der Bedarf stieg mit jeder Neufassung der Coronaschutzverordnung.

Vom 23. März an gingen die Ordnungsamtmitarbeiter täglich Streife, zwei Schichten pro Tag (pro Schicht 2 Teams) zwischen 8 und 20 Uhr. Zusätzlich gab es täglich den Einsatz der Kooperationsstreife mit der Polizei (üblich von 14 bis 20 Uhr).

Fingerspitzengefühl und deeskalierend

Nach wie vor fahren Polizei und Ordnungsamt einmal pro Woche gemeinsam Streife. „Die gemeinsamen Streifen sollen weiterhin mit viel Fingerspitzengefühl und deeskalierender, aber bestimmter Kommunikation den Bürgern in Unna vermitteln, wie wichtig es ist, die Hygienebestimmungen zu beachten, um sich selber und andere Menschen vor einer möglichen Ansteckung zu schützen“, führt Uwe Bergmeier aus.

Insgesamt wurden denn auch „nur“ 20 Ordnungswidrigkeiten erfasst und 18 Bußgelder verhängt, außerdem 12 Straftaten von der Polizei geahndet, die mit der Coronaschutzverordnung zusammenhingen.

 

 

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