Wieder steigende Infektionszahlen – Corona bleibt Schwerpunkt für den Kreis

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Bildquelle pixabay_TheDigitalArtist
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„Die Corona-Pandemie ist weder in Deutschland noch bei uns im Kreis Unna vorbei!“ Dies betonte Landrat Michael Makiolla am heutigen Nachmittag,  23. Juni, im Kreistag.

„Leider steigt die Anzahl der Infektionen im Kreisgebiet wieder. Das Virus ist da und bedroht nach wie vor die Gesundheit und das Leben der Menschen im Kreis Unna“, warnte der Landrat auch mit Fingerzeig zum Massenausbruch bei Tönnies und seinen Auswirkungen aufs Kreisgebiet.

„Mit weiteren Lockerungen der Kontaktbeschränkungen werden die Menschen deutlich mehr persönliche Kontakte haben. Dadurch wird allein die Kontaktnachverfolgung deutlich umfangreicher und aufwändiger werden, selbst wenn die Anzahl der positiv Getesteten nicht dramatisch zunimmt.

Außerdem ist damit zu rechnen, dass das Testaufkommen in der Zuständigkeit des Gesundheitsamtes wieder signifikant ansteigen wird.

Das bedeutet aus meiner Sicht:

Die Kreisverwaltung wird sich auch in den kommenden Monaten schwerpunktmäßig mit dem Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus befassen müssen.“

Aktuell Infizierte

22.06.2020 | 15 Uhr 23.06.2020 | 15 Uhr Differenz (+/-)
Bergkamen 1 3 +2
Bönen 0 0 +0
Fröndenberg 0 0 +0
Holzwickede 4 4 +0
Kamen 2 3 +1
Lünen 7 7 +0
Schwerte 22 23 +1
Selm 0 0 +0
Unna 3 2 -1
Werne 19 19 +0
Gesamt 58 61 +3

Makiolla listet auf:

„Aktuell verzeichnen wir im Kreis Unna 60 infizierte Personen.

Im Kreis Unna wohnen 33 Beschäftigte eines fleischverarbeitenden Betriebes in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh, von denen 29 unter Quarantäne stehen (wie auch deren Angehörige).

Seit dem 01.03.2020 sind insgsamt 737 Menschen im Kreis Unna positiv getestet worden. Davon sind 38 verstorben.

Hätten sich die Menschen in den vergangenen Wochen nicht so diszipliniert an die vorgeschriebenen Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln gehalten, dann läge die Anzahl der schwer Erkrankten und der Todesfälle mit Sicherheit deutlich höher.“

Das Kreisgesundheitsamt habe zusammen mit den örtlichen Ordnungsbehörden bis zum 5. Juni 2.639 häusliche Quarantänen angeordnet. Dagegen  wurde nur in 2 Fällen verstoßen, so Makiolla.

„In der Kreisverwaltung selbst hatten wir 2 infizierte Mitarbeiterinnen, die beide ihren Arbeitsplatz nicht im Kreishaus Unna hatten.

Darüber hinaus hatte sich auch eine Mitarbeiterin der Kreispolizeibehörde infiziert, die bereits vor ihrer Infizierung keinen Dienst verrichtet hat.

Der 1. laborbestätigte Corona-Fall ist der Kreisverwaltung am 01. März bekannt geworden.

Ich habe daraufhin am 02. März den Krisenstab des Kreises Unna unter der Leitung von Herrn Uwe Hasche aktiviert.

Bereits am 05. März haben wir in den Dienststellen des Gesundheitsamtes in Unna und im Kreishaus in Lünen 2 zentrale Abstrichstellen zur Testung von potentiellen Infizierten eingerichtet.

Das war notwendig geworden, weil uns berichtet worden war, dass sich niedergelassene Ärzte aus unterschiedlichen Gründen geweigert hätten, Testungen vorzunehmen.

Diese beiden Abstrichstellen in Regie des Gesundheitsamtes wurden bis zum 09. April betrieben.

Bis dahin haben wir dort insgesamt 1.850 Corona-Tests durchgeführt, für deren Finanzierung eigentlich die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) zuständig gewesen wäre.

Das erste Abstrichzentrum der KVWL wurde erst am 23. März in Schwerte eröffnet.

Weitere sogenannte „Corona-Behandlungszentren“ wurden durch die KVWL am 07. April in Lünen und am 08. April in Unna eingerichtet.

Alle Test-Einrichtungen der KVWL sind aber bereits Ende Mai bzw. Anfang Juni wieder geschlossen worden, da die Testungen symptomatischer Personen wieder in den Praxen der niedergelassenen Ärzte stattfinden sollen.

Ich habe diese Entscheidung der KVWL öffentlich kritisiert, weil ich aufgrund der Erfahrungen in der Frühphase der Pandemie große Zweifel daran habe, ob die KVWL im Falle einer 2. Corona-Welle überhaupt in der Lage ist, ihre Testkapazitäten kurzfristig wieder hoch zu fahren.

Ab Mitte März waren im Kreis Unna die höchsten Zuwachsraten bei den Neuinfektionen zu verzeichnen. Die meisten dieser Fälle standen im Zusammenhang mit einer vorherigen Urlaubsreise nach Österreich und Italien.

Der Monat April war neben den Neuinfektionen im häuslichen Umfeld von mehreren größeren Ausbrüchen in stationären Pflegeeinrichtungen in Fröndenberg und Werne geprägt, mit der Folge, dass sich die aufsummierten Infektionsfälle verdoppeln.

Bei fast 130 Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen wurde laborbedingt eine Infektion mit dem Corona-Virus festgestellt. 24 dieser Infizierten sind verstorben.

Daneben infizierten sich fast 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der betroffenen Einrichtungen.
2 von ihnen verstarben (1 x im Kreis Unna, 1 x Märkischer Kreis).‘

Makiolla kündigt an:

Die Zeit der insgesamt niedrigen Zuwächse an Neuinfektionen nutzt die Kreisverwaltung jetzt für die Qualifizierung von rund 50 weiteren  Mitarbeitern aus anderen Organisationseinheiten, die in die Kontaktnachverfolgung eingearbeitet werden, um für die hoffentlich nicht eintretende weitere Infektionswellen personell gerüstet zu sein.“

Quelle: Kreisverwaltung Unna

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