Im Schnitt 64 km pro einfache Strecke: 2800 Bauarbeiter im Kreis sind Rekordpendler

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Verfahrene Lebenszeit: Bauleute verbringen oft mehrere Stunden täglich im Auto, um zur Arbeit zu kommen – meist unbezahlt. Jetzt will die IG BAU eine Entschädigung der Wegezeiten durchsetzen. (Foto IG Bau)
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Für sie kommt Homeoffice nicht in Frage: Ein Großteil der rund 2800 Bauarbeiter im Kreis Unna sitzt um 6 Uhr früh im Auto und ist oft erst abends um 8 Uhr daheim. Sie nehmen enorme Pendelstrecken in Kauf, ohne die Zeit bezahlt zu bekommen.

Darauf weist die Gewerkschaft IG BAU hin.

Nach einer aktuellen Untersuchung des Pestel-Instituts legen Bauarbeiter im Schnitt 64 Kilometer für die einfache Strecke zur Arbeit zurück, der Durchschnitt unter allen Arbeitnehmern liegt bei 17 Kilometern.

„Verlorene Lebenszeit“, kritisiert die Gewerkschaft und fordert eine erstmalige Entschädigung der Wegezeiten am Bau. Unter den vielen Stunden Fahrt „leiden Familie, Freunde und Freizeit“. Bauarbeiter müssten für die Fahrerei immerhin eine Entschädigung bekommen – entweder durch Geld oder Zeit-Guthaben.

Damit könne die Bauwirtschaft auch einen wichtigen Beitrag gegen den Fachkräftemangel leisten: „Berufsstarter überlegen sich dreimal, ob sie in einer Branche anfangen, in der sie mehr Zeit im Bulli als zu Hause verbringen.“

Die laufende Tarifrunde wird am 25. Juni in Wiesbaden fortgesetzt

(PM: IG Bau Westfalen-Süd)

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