„Hab´s nunmal eilig!“ Unfassbare Szenen nach schwerem Motorradunfall im Kreis Soest

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Symbolbild, Motorrad - Yamaha
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„Ich hab´s nunmal eilig!“ Hochgereckte Faust – und Vollgas…

Nach einem schweren Motorradunfall am Samstagvormittag (27. 6.) im Kreis Soest sorgte das Verhalten einiger Autofahrer vor Ort für fassungsloses Entsetzen bei den Einsatzkräften. Ein Feuerwehrmann wurde bedroht. Das Ganze dürfte rechtliche Konsequenzen haben.

Der Unfall passierte, als ein 56-jähriger Biker aus Warstein gegen 10.45 Uhr auf einer Kreuzuung der Bundesstraße B516 von einem Autofahrer übersehen wurde. Der 51-Jährige nahm dem Motorradfahrer die Vorfahrt.

Beim Zusammenprall des Pkw mit der Yamaha erlitt der Motorradfahrer schwere Verletzungen. Zwei Ersthelferinnen kümmerten sich um ihn, bis kurz darauf Feuerwehr und Rettungsdienst eintrafen. Rettungshubschrauber Christoph Dortmund wurde angefordert, flog den schwerst verletzten Biker in eine Spezialklinik aus.

„Für Fassungslosigkeit und Entsetzen bei allen Einsatzkräften sorgten Autofahrer“, berichtet der Soester Anzeiger weitergehend: Denn die Unfallstelle lag mitten auf der Kreuzung, die Bundesstraße musste demzufolge in alle Richtungen voll gesperrt werden.

„Noch während der am Boden liegende Motorradfahrer von den Rettungskräften versorgt wurde, bahnten sich zwei Autofahrer… einen Weg durch die Absperrung“, heißt es im Bericht des Lokalreporters vor Ort.

Ein Feuerwehrmann wollte sie zur Rede stellen. Der erste Autofahrer fuhr einfach weg – der zweite hätte mit heruntergelassener Scheibe entgegnet, er hätte es nunmal eilig, um sodann die Faust demonstrativ in Richtung des Feuerwehrmans zu recken und Vollgas zu geben.

Ein Passant zückte geistesgegenwärtig sein Handy und fotografierte die Nummernschilder der rücksichtslosen Verkehrsteilnehmer. Ein rechtliches Nachspiel wird folgen.

Später fuhr noch ein Seniorenpaar mitten in die Unfallstelle und zeigte sich bei der anschließenden Ansage des Polizeileiters wenig einsichtig; und ein Kleinbusfahrer rief lauthals Beleidigungen in Richtung der Presse vor Ort.

Schlussendliches Statement des Polizeieinsatzleiters Jörg Niehüser: „Es ist unfassbar.“

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