Mit abgebrochener Flasche fast umgebracht – Blutige Eskalation am Unnaer Busbahnhof nach Streit um Feuerzeug

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Das Unnaer Bahnhofsgelände. (Foto Rundblick)
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Der Streit entbrannte um ein Feuerzeug. Er eskalierte blutig und hätte dem Opfer fast das Leben gekostet. Der junge Mann aus Afghanistan erlitt eine Verletzung am Hals und wäre fast verblutet.

Nach der gewalttätigen Auseinandersetzung Samstagfrüh (27. Juni) zwischen zwei Personengruppen am Unnaer Busbahnhof (wir berichteten) hat die Haftrichterin am Amtsgericht Unna auf Antrag der Dortmunder Staatsanwaltschaft gestern Haftbefehl erlassen.

Der Beschuldigte ist ein 26-jähriger Deutscher, sagte uns Staatsanwalt Jürgen Giesenregen am Montagmorgen (29. Juni) auf Anfrage.

„Es besteht dringender Tatverdacht des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.“

Wie es zu dem lebensgefährlichen Angriff um kurz vor 1 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz kam, schildert Giesenregen nach den bisherigen Zeugenaussagen wie folgt:

Demnach hätten es sich die beiden Gruppen – eine Vierergruppe Deutscher und eine Gruppe mit wechselnden Beteiligten aus Afghanistan – zunächst am Busbahnhof friedlich „gemeinschaftlich gemütlich gemacht“. Man sprach zusammen dem Alkohol zu, so Giesenregen.

Dann entbrannte ein Streit. Buchstäblich, denn es ging um ein Feuerzeug, so der Staatsanwalt.

Zunächst stritt man verbal, dann gerieten die Beteiligten der beiden Gruppen körperlich aneinander. Und dann kam es zu dem verhängnisvollen Angriff mit einer abgebrochenen Glasflasche, berichtet Jürgen Giesenregen: Nach dem bisherigen Ermittlungsstand stieß der 26-jährige Tatverdächtige einem 20-jährigen Kontrahenten aus der gegnerischen Gruppe die scharfkantige Waffe in den Hals und traf eine Vene.

Blutüberströmt stürzte der junge Afghane zu Boden. Sein T-Shirt, schildert der Staatsanwalt, sei blutdurchtränkt gewesen, er schwebte in akuter Lebensgefahr.

Sofort brachte der Rettungsdienst den Schwerstverletzten in ein Krankenhaus, wo er notoperiert und anschließend in ein künstliches Koma versetzt wurde.

Der 26-jährige Beschuldigte wurde festgenommen und am Sonntagnachmittag der Haftrichterin am Amtsgericht Unna vorgeführt. Diese erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen dringenden Tatverdachts des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Gegen den 26-Jährigen liegen, so Giesenregen, „Vorkenntnisse“ wegen Körperverletzungsdelikten vor.

Der Zustand des 20-jährigen Opfers sei inzwischen stabil, sagte uns der  Staatsanwalt abschließend. Mit den Ergebnissen der weiteren Ermittlungen sei nicht vor dem Ende der Sommerferien zu rechnen.

 

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