„Hier ist frische Sch***e!“ Bizarrer Streit um Hundekot in Fröndenbergs Westen

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"Eingangsplakat" am Bahnübergang Ardey. An den Gleisen entlang verläuft die Talstraße. (Fotos: Privat)
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Im beschaulichen Ardey im Westen Fröndenbergs eskaliert ein bizarrer Streit um ein anrüchiges Thema.

Eine Hausbesitzerin, die nur sporadisch dann und wann Ardey besucht, markiert entlang der Talstraße an der Bahnlinie sämtliche Hundehaufen mit „Protestplakaten“ und hängt zusätzlich Zettel an Straßenlaternen, mit Kabelbindern fixiert.

Darauf schreibt sie den Hundehaltern vor, wie sie sich zu verhalten haben.

So seien Hunde in Wohngebieten grundsätzlich anzuleinen („keine Flex- und und keine Schleppleine!“), das „Anpinkeln von Ziergewächsen ist zu vermeiden!“. Und ähnliche Verhaltensvorschriften mehr.

(Foto für komplette Ansicht bitte anklicken.)

Jede einzelne Hinterlassenschaft wird  mit einem wütenden Zettel bedeckt und mit einem Stein beschwert. Die stumme Protestplakatierung auf der Grünfläche  neben der Fahrbahn zieht sich die gesamte Straße entlang.

Siehe die beigefügte Fotogalerie.

Die Hundehalter sind aufgebracht,  fühlen sich tyrannisiert,  die Anwohner betrachten den bizarren Streit vor ihren Haustüren mit entnervtem Kopfschütteln.

Die Talstraße verläuft entlang der Bahngleise, der Grünstreifen (mit den Haufen und den Zetteln) befindet sich im Bahnbesitz.

Petra Wern, die die Sache für die Gassigänger in die Hand genommen hat, bestätigt: Ja, es liegen dort natürlich nur so viele Haufen, weil die Hundebesitzer sie nicht wegmachen.

„Und weil es in Ardey einfach zuwenig Mülleimer gibt, um sie zu entsorgen.“

Selbst Hundehalterin, kann Petra Wern den Unmut der Anwohner sehr gut verstehen. „Ich finde nur die Vorgehensweise dieser Dame, die sich in Ardey nur zu Besuch aufhält, kontraproduktiv und unangemessen.“

Diese Geschichte wiederholt sich leider schon zum zweiten Mal, schildert Petra Wern.

„Wir hatten vor zwei Jahren schon einmal das Vergnügen. Ich kenne dort viele Anwohner, denen gefällt auch nicht, was da gerade passiert.“

Sie selbst gehe jeden Morgen über Ardey nach Langschede und wieder zurück mit ihren Hund. „In Ermangelung eines Mülleimers hole ich die Hinterlassenschaften von Paulchen auf dem Rückweg ab. Geht alles, muss man halt auch wollen.“

Dass der Streit jetzt in dieser „Kothaufen-Plakatierungsaktion“ eskaliert ist, sei ein unmöglicher Zustand,  sind sich Petra Wern und Hundehalterin Silvia Schneider einig. Letztere fotografierte die Plakatserie auf ihrer Gassirunde.

„Man bekommt durch die Fotos einen Eindruck davon,  wie es dort aussieht. Die Dame ist sehr streitbar, ein vernünftiges Gespräch leider nicht möglich“, bedauert Petra Wern. „Wir fragen uns natürlich auch, wer den ganzen Müll inklusive der dicken Steine wieder entsorgt. Auch, wer diesen rosafarbenen Eimer entleert.“

Petra Wern ist  mit einigen Hundehaltern im Gespräch. Am Wochenende fertigte sie eine Unterschriftenliste an, die in der kommenden Woche bei Bäcker Schmidt ausgelegt wird.

„Dort kann sich jeder eintragen, der mit mir einen Bürgerantrag an unseren Bürgermeister Herrn Rebbe stellen möchte.

Wir möchten erreichen, dass endlich ein zusätzlicher Mülleimer dort in der Nähe aufgestellt wird.

Ein Traum wäre natürlich ein Kotbeutelspender für die Hundehalter, die ihre Tüten vergessen haben und dann nur ein Tempotaschentuch samt Inhalt in die Büsche werfen.“

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