Raserstrecke Dortmunder Straße Massen: Anwohnerin wird aktiv

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Tempo 50 aufgehoben - spätestens ab hier wird auf der Dortmunder Straße oft hemmungslos gerast. (Foto Privat)
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Von 50 auf 100 – zwar nur 300 Meter weit, aber diese 300 Meter haben es leidlich in sich. Überhaupt hat es die gesamte Dortmunder Straße in sich, kritisiert Anwohnerin Selina W., die zwar noch nicht lange dort wohnt, jedoch schon in diesen wenigen Monaten einschlägige Erfahrungen an der Raserstrecke im Westen von Massen gesammelt hat.

Und da die 27-Jährige keine Freundin des ergebenen Hinnehmens ist, hat sie eine Unterschriftenaktion bei ihren Nachbarn gestartet.

Von Tür zu Tür ist die junge Frau in den letzten Tagen gewandert, bekam schnell mehrere Dutzend Unterschriften zusammen. Und sie war sowohl in ihrem Eindruck bestätigt als auch sehr betroffen von dem, was sie da teilweise hörte. „Ganz viele bestätigten mir, wie sehr hier gerast wird. Aber ich habe den Eindruck, man ist resigniert und hat sich abgefunden.“

Das gedenkt die entschlossene Neuanwohnerin nicht zu tun. Selina W. schildert, was sie stört und was sie mit ihrer Unterschriftenaktion erreichen möchte.

„Ich wohne zwar erst seit Dezember hier an der Dortmunder Straße, aber konnte in den wenigen Monaten schon einiges an Eindrücken gewinnen.

Hier vor Ort ist es so, dass die Geschwindigkeit kurz vor der Kurve zu Dortmund-Wickede eigentlich auf 50 begrenzt ist. Aus der anderen Richtung, von Massen in Richtung Wickede, gilt kurz nach dem Kreisel 100 (für 300 Meter), dann kommt 70 (für 50 Meter) und dann wird 50 „empfohlen“.

Erfahrungsgemäß hält sich nur jeder Dritte daran, der hier entlang fährt.

Konsequenz hieraus: Die schnurgerade Fahrbahn wird zum Beschleunigen genutzt (in beide Richtungen), und natürlich wird nicht gebremst, wenn die 300 Meter vorbei sind.

Ich gehe jeden Morgen mit meinem Hund und darf entscheiden, ob ich am Seitenstreifen entlang der Straße Richtung Wald oder den 50cm breiten Fußweg im Bereich der Kurve entlang laufen möchte. Dadurch, dass hier so schnell gefahren wird, ist beides total gefährlich.

Ich wurde im Januar, als es noch relativ dunkel war morgens, trotz Beleuchtung fast umgefahren. Warum? Weil jemand meinte, mit Vollgas noch in der 50er Zone zu überholen. Dabei hatte er sich verschätzt und sein Wagen ist direkt auf mich am Seitenstreifen zugesteuert.

Er hat mich zwar nur leicht mit dem Spiegel berührt, aber das war reines Glück.

Solche Aktionen kommen hier sehr oft vor. Jetzt, wo die Baustelle komplett die Straße sperrt, brettern hier Motorradfahrer die Gerade entlang und fahren dann an sämtlichen Absperrungen vorbei durch die Baustelle. Die Fahrzeuge, die hier um die Kurve kommen, sind auch oft schneller als gedacht oder beschleunigen direkt nach der Kurve ordentlich, sodass es sich anhört, als wäre man an einer Rennstrecke.

Die Anwohner unten am Kreisverkehr haben mir erzählt, dass dort abends regelmäßig im Kreisverkehr gedriftet wird. Wenn die Straße offen ist, gibt es im Anschluss noch ein kleines Rennen die Dortmunder Straße entlang.

Es ist einfach für jeden gefährlich auf dem Stück, da solche rücksichtslosen Menschen sich hier total austoben.

Dabei ist hier teilweise so viel los. Es gehen eigentlich gerne Leute hier spazieren, auch Bewohner der Corsica Einrichtung. Die müssen dann ungeschützt an dieser Straße entlang.

Ich habe jetzt eine Aktion gestartet,  wo wir als Anwohner fordern:

  1. Wenn überhaupt: nur 70 km/h statt 100 und Tempo 50 ab Haus Nummer 137.
  2. Mehr Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt.
  3. Mehr Schutz für Fahrradfahrer und Fußgänger auf dem Teilstück.

Ich werde bis Sonntag noch Unterschriften sammeln, auch wenn viele Anwohner sehr resigniert sind, weil sie seit Jahren versuchen, etwas zu ändern.

Für mich als frisch Zugezogene gibt es keinen ersichtlichen Grund, auf einer Strecke von 300 Metern 100 Stundenkilometer zuzulassen. Die 20 Sekunden Zeitersparnis können nicht wertvoller sein als ein Menschenleben, das gefährdet wird durch Raser, Drängler und rücksichtslose Fahrer.

Ein Anschreiben hierzu habe ich auch aufgesetzt, das möchte ich gemeinsam mit den Unterschriften an den Kreis Unna versenden.“

  • Wir berichten weiter.
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1 KOMMENTAR

  1. In einer Facebookgruppe für Massen nahm Anwohnerin Anika Kluge wie folgt zu dem Antrag Stellung:

    „Wir sind Betroffene und es ist wirklich so schlimm wie geschildert. Super Aktion! Wir kennen mittlerweile den Bauleiter der Baustelle dort, und selbst der ist so genervt von den Motorradfahrern, die dreist durch die gesperrte Straße fahren, so dass er Betonblöcke hat aufstellen lassen. Auch das Driften im Kreisverkehr und Rasen auf den 300m wo 100kmh erlaubt sind finden wirklich so statt.“