FLU zur Eishalle: „Unna.braucht.Eis enttäuscht Bürger und unterstützende Politiker sehr“

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Die Eishalle Unna beim öffentlichen Besichtigungtermin am 16. 7. 2018. (Archivbild RBU)
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Zum neu aufgebrochenen Eishallenstreit, nachdem „Unna.braucht.Eis“ der Stadtverwaltung die weitere Mitarbeit aufgekündigt hat, positioniert sich nach SPD und FDP die nächste Unnaer Ratsfraktion; die Freie Liste Unna (FLU). Sie gehörte zur politischen Minderheit der Unterstützer eines Eishallenerhalts. Jetzt fordert sie eindringlich: Leute, rauft euch zusammen!

In einer Stellungnahme vom heutigen Samstag, 25. 4., stellt Fraktionschef Klaus Göldner fest:

„Unna braucht Eis“ (UbE) gibt auf.

In einem offenen Brief, den die Initiative in der vergangenen Woche an alle Ratsmitglieder und die Medien gesteuert hat, verkündet sie die Aufkündigung der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Der Grund sind höchst unterschiedliche und scheinbar unüberwindliche Vorstellungen über die Umsetzung des Bürgerentscheides zur Eissporthalle.

Man mag Verständnis für diesen rigorosen Schritt haben, aber die Verantwortlichen von UbE enttäuschen damit auch sehr viele Unnaer Bürgerinnen und Bürger sowie Politiker, die mit ihnen zusammen für den Erhalt der Halle gekämpft haben.

Was hat sich denn seitdem in der Sache tatsächlich grundlegend geändert?

Die Vorstellungen, Berechnungen und Analysen der Verwaltung und der Initiative, konnten doch von Beginn an unterschiedlicher nicht sein. Die Kostenschätzungen für den Erhalt der Halle differierten ganz erheblich zwischen ca. 8 Mio. und 3 Mio. Euro.

Aufgabe von Stadt und UbE war es nun, einen vernünftigen und bezahlbaren Mittelweg zur Umsetzung des Bürgerentscheides zu suchen. Dass dies bei den krass auseinanderliegenden Vorstellungen nicht leicht sein würde, hätte den Verantwortlichen von UbE klar sein müssen.

Sowohl der Bürgermeister, die Verwaltung der Stadt als auch eine überwiegende Mehrheit des Rates wollten damals und wollen diese Eissporthalle nicht mehr.

Nach dem Bürgerentscheid hielt es dann jedoch eine Reihe von Politikern für opportun, ins Lager der Befürworter zu wechseln, oder sich dem Entscheid zumindest nach außen zu fügen.

Politik ist das Bohren dicker Bretter!

Gute Gespräche allein, die nach dem Bekunden beider Seiten immer wieder stattgefunden haben, reichen allein nicht. Hätten die wenigen Befürworter im Rat und vor allem die Unnaer Bürgerinnen und Bürger die jetzige Entwicklung vorhergesehen, wäre das Begehren vermutlich nicht erfolgreich gewesen. Das sollten sich alle Beteiligten vor Augen führen, sich zusammenraufen und weiter am Projekt Eishalle arbeiten.

Hilfreich für den Verein UbE war dabei das in der Vergangenheit ausschließlich projektbezogene, unpolitische und überparteiliche Engagement der Vereinsspitze, einzig zum Erhalt der Halle.

Sicher ist, der Bürgerentscheid verpflichtet die Stadt Unna zum Erhalt der Eissporthalle, ganz gleich ob mit oder ohne die sachkundige Hilfe von UbE. Diesen „Trumpf“ hat der Verein in der Vergangenheit dann auch mehrfach gespielt, wobei die Aufkündigung der Zusammenarbeit früher hier und da bereits angedroht wurde.

Leider wird die Erreichung des Zieles unter solchen Vorzeichen nicht einfacher, zumal sich die Rahmenbedingungen durch die Coronakrise sicher nicht verbessert haben. Mehr als je zuvor ist jetzt der Einsatz eines glaubwürdigen Vermittlers gefragt, der wieder alle Beteiligten an einen Tisch bringt, wenn Corona wieder etwas Raum dafür bietet.

Ich hielte das für die klassische Aufgabe eines guten Bürgermeisters.“

Lesen Sie dazu auch:

Der offene Brief von Unna.braucht.Eis an die Ratsvertreter mit Aufkündigung weiterer Zusammenarbeit mit der Stadt.

Die weiteren geplanten Schritte der Stadtverwaltung.

Die SPD kritisiert Unna.braucht.Eis scharf für die Verschleppungsvorwürfe an die Stadt.

Die FDP fordert ihrerseits eine schleunige Umsetzung des Wählerwillens.

 

 

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